____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Origenes
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Origenes (* 185 in Alexandria; â 253 oder 254 wahrscheinlich in Tyros) war ein frĂŒhchristlicher Bibelkommentator und Platoniker. Er erreichte als erster Christ das Niveau kaiserzeitlicher Philologie und Philosophie.
Erste Bekanntheit gewann Origenes in seiner Heimatstadt, wo er eine freie Philosophenschule leitete. Sein Leben war asketisch-karg, bis er Ambrosius als MĂ€zen gewann, der ihm ein komfortables Arbeitsumfeld finanzierte. Ein Konflikt mit dem Bischof von Alexandria veranlasste Origenes, sich in Caesarea Maritima niederzulassen, wo er eine Bibliothek mit angeschlossenem Skriptorium aufbaute und eine Schule leitete. Ein groĂes Projekt des Skriptoriums von Caesarea war die Hexapla, eine Synopse des hebrĂ€ischen Bibeltextes mit mehreren griechischen Ăbersetzungen. Origenes bearbeitete zahlreiche biblische BĂŒcher in Kommentaren, Scholien oder Predigten (Homilien). In jungen Jahren verfasste er die erste christliche Dogmatik (De principiis); ein Alterswerk war die apologetische Schrift Contra Celsum, in der er Argumente des Platonikers Kelsos gegen das Christentum zu entkrĂ€ften versuchte. Origenes wurde wegen Verweigerung des Opfers fĂŒr den Kaiser unter Decius gefoltert und starb 69-jĂ€hrig an den Folgen.
Das Werk des Origenes bewegt sich im Spannungsfeld von Philosophie (Mittel- und Neuplatonismus, der zentrale Freiheitsgedanke entstammt der Stoa), Bibelexegese (auf den Spuren des jĂŒdisch-hellenistischen Gelehrten Philon von Alexandria) und valentinianischer Gnosis. Als Platoniker diskutierte er die Reinkarnationslehre. Als Exeget begrĂŒndete er die Lehre vom mehrfachen Schriftsinn, der die christliche Bibelauslegung ĂŒber Jahrhunderte prĂ€gte. Er fand auĂerdem Formulierungen, die in den christologischen und trinitĂ€tstheologischen Diskussionen des 4. Jahrhunderts von allen Parteien herangezogen wurden. Kontrovers waren dagegen seine PrĂ€existenzlehre und die Lehre von der endzeitlichen RĂŒckkehr aller Geistwesen in die Gemeinschaft mit Gott (Apokatastasis).
Mehrere KirchenvĂ€ter der SpĂ€tantike waren Origenisten. Im frĂŒhen Mönchtum wurde Gedankengut des Origenes verbreitet, aber auch eigenstĂ€ndig weiterentwickelt, vor allem durch Euagrios Ponticus. Konflikte im palĂ€stinischen Mönchtum zwischen Origenisten und ihren Gegnern fĂŒhrten zur postumen Verurteilung des Origenes durch das Zweite Konzil von Konstantinopel 553. Die Wirkungsgeschichte seiner exegetischen und philosophischen Schriften riss jedoch nicht ab, wenn sie auch als Folge dieser Verurteilung schlecht erhalten sind. Von den Platonikern der italienischen Renaissance, den Cambridge Platonists des 17. Jahrhunderts und in der Nouvelle ThĂ©ologie (ab den 1930er Jahren) wurde Origenes viel gelesen.
Contents
âą Name
âą Leben
âą Werk
⹠SpÀtantike
âą Mittelalter
âą FrĂŒhe Neuzeit
âą Gedenktag
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Name
Der alexandrinische Gelehrte trug einen hĂ€ufigen Namen: ᜚ÏÎčÎłÎÎœÎ·Ï / ᜩÏÎčÎłÎÎœÎ·Ï ĆrigĂ©nÄs / HĆrigĂ©nÄs, âder von Horus Geboreneâ; sowohl die Schreibung mit als auch ohne aspirierten Anlaut kommt vor. Horus wurde mit Apollon gleichgesetzt; der griechisch-Ă€gyptische Name Origenes entspricht damit dem gleichfalls hĂ€ufigen Namen Apollonios. Die Wahl eines weit verbreiteten paganen Namens fĂŒr das Kind erlaubt nicht den Schluss, dass die Eltern Heiden waren, als Origenes geboren wurde.cite-ref-2[2]
Origenes war auch unter dem Namen áŒÎŽÎ±ÎŒÎŹÎœÏÎčÎżÏ AdamĂĄntios bekannt. Hieronymus und Epiphanios von Salamis sahen darin ein Wortspiel mit dem Adjektiv áŒÎŽÎ±ÎŒÎŹÎœÏÎčÎœÎżÏ adamĂĄntinos, das âhart wie Stahlâ oder âhart wie Diamantâ bedeutet. Dieser Beiname sei eine Auszeichnung fĂŒr seine unermĂŒdliche gelehrte TĂ€tigkeit. Das kann aber auch sekundĂ€re Ausdeutung eines ursprĂŒnglichen Familiennamens sein.cite-ref-3[3]
Leben
Das Leben des Origenes ist fĂŒr einen Christen seiner Zeit relativ gut bekannt, aber vieles bleibt auch unklar. Er selbst Ă€uĂerte sich kaum ĂŒber seine Person. Von einem seiner SchĂŒler, der traditionell mit Gregorios Thaumaturgos (â 270) identifiziert wird, ist eine Dankesrede (oratio panegyrica in Origenem) ĂŒberliefert, die ĂŒber Lehrinhalte und -methoden seiner Schule unterrichtet.
Die Kenntnis ĂŒber seine Biografie geht gröĂtenteils auf zwei seiner Bewunderer im spĂ€ten 3. und 4. Jahrhundert zurĂŒck, die erst Jahrzehnte nach Origenesâ Tod wirkten und ihn deshalb nicht persönlich kannten: Pamphilos von Caesarea (â 309) verfasste eine Apologie des Origenes, die einen umfangreichen biografischen Teil enthielt und von seinem SchĂŒler Eusebius (â 339 oder 340) ergĂ€nzt wurde. Dieser biografische Teil ist nicht erhalten, war aber in der SpĂ€tantike die wichtigste Quelle fĂŒr Origenesâ Biografie. Heute ist das sechste Buch der Kirchengeschichte des Eusebius die Standardquelle fĂŒr das Leben des Origenes; biografische Abschnitte sind hier allerdings eingeflochten in eine kirchenhistorische Gesamtdarstellung. In Eusebiusâ Werk ĂŒberstrahlte die Persönlichkeit des Origenes die Kirche seiner Zeit, einerseits als rechtglĂ€ubiger christlicher Gelehrter, SchulgrĂŒnder und Asket, andererseits als Philosoph, der im Austausch mit paganen Kollegen stand und von ihnen anerkannt wurde.
Im spĂ€ten 4. Jahrhundert wurde das von Pamphilos und Eusebius entworfene Bild des Origenes grundlegend in Frage gestellt: Epiphanios von Salamis (â 403) griff auf das fĂŒr ihn verfĂŒgbare biografische Material zu, um aus dem gelehrten und frommen Asketen einen durch ĂŒbermĂ€Ăige Bildung zu Fall gekommenen HĂ€retiker zu konstruieren, der als gebrochener Mann gestorben sei.cite-ref-4[4]
FamiliÀrer Hintergrund
Origenes stammte aus einer wohlhabenden, gebildeten Familie Alexandrias und hatte sechs Geschwister.cite-ref-6[6] Die Taufe scheint sehr frĂŒh erfolgt zu sein. Der Vater Leonides, ein Grieche mit römischem BĂŒrgerrecht, unterrichtete den Jungen sowohl in der Bibel als auch in den FĂ€chern der klassischen hellenistischen Bildung.cite-ref-7[7] Epiphanios zufolge war die namentlich unbekannte Mutter des Origenes Ăgypterin.cite-ref-8[8] Als âĂgypterâ wurden Personen bezeichnet, die weder das römische noch das alexandrinische oder das BĂŒrgerrecht einer anderen griechischen Stadt Ăgyptens besaĂen. Die Kinder des Paares wurden wie die Mutter juristisch der âĂ€gyptischenâ Bevölkerungsgruppe Alexandrias zugerechnet.cite-ref-9[9]
Eine fragile Duldung von Christen, unterbrochen von plötzlichen Verfolgungen, bildet den Hintergrund von Origenesâ Biografie. Christen waren AuĂenseiter, da sie sich weigerten, am Gemeinschaftsleben ihrer Polis teilzunehmen und öffentliche Ămter auszuĂŒben. Beides war nĂ€mlich religiös konnotiert, pagane Opfer gehörten dazu. Im Alltag lebten Christen meist ruhig und unbehelligt, aber jederzeit konnten sie zum Ziel von GewaltausbrĂŒchen werden. Diese Situation machten sie sich ertrĂ€glich, indem sie den MĂ€rtyrertod idealisierten.cite-ref-10[10] Leonides wurde wĂ€hrend einer lokalen Christenverfolgung um 202 verhaftet und enthauptet, sein Vermögen vom Fiskus eingezogen.cite-ref-11[11] Diese Verfolgung richtete sich ausschlieĂlich gegen römische BĂŒrger, die das Christentum angenommen hatten; Origenes war daher nicht direkt gefĂ€hrdet.cite-ref-12[12] Er schrieb seinem Vater ins GefĂ€ngnis, er solle ohne RĂŒcksicht auf seine Familie standhaft bleiben: âGib acht, nicht unseretwegen Deine Gesinnung zu Ă€ndern!âcite-ref-13[13]
Die private Bibliothek des Leonides blieb der Familie erhalten. Der etwa 17-jĂ€hrige Origenes arbeitete als grammatikĂłs, um den Unterhalt seiner Mutter und der jĂŒngeren Geschwister sicherzustellen. Er bereitete Kinder aus wohlhabenden Familien, die den Elementarunterricht absolviert hatten, auf die Rhetorikausbildung vor.cite-ref-14[14] Eine Christin der alexandrinischen Oberschicht unterstĂŒtzte Origenes in dieser Lebensphase. Ihr Adoptivsohn war Gnostiker. Origenes bewegte sich in einem Milieu, in dem die Grenzen zwischen Kirche und Gnosis, RechtglĂ€ubigkeit und HĂ€resie verschwammen; Eusebius, der das problematisch fand, versicherte seinen Lesern, Origenes habe aber nie gemeinsam mit Gnostikern gebetet.cite-ref-15[15]
Die intellektuelle AtmosphĂ€re Alexandrias kam Origenes zugute, aber Zugang zu den berĂŒhmten Bibliotheken hatte er nicht. Die Bibliothek von Alexandria im Museion war staatlich bezahlten Gelehrten vorbehalten. Weitere BĂŒchersammlungen befanden sich im Serapis-Tempel und im Tempel fĂŒr den Kaiserkult, die er als Christ nicht besuchen konnte. Alexandrinische Philologen arbeiteten daran, den besten Text der griechischen Klassiker festzustellen; hier entstanden auĂerdem Kommentare zu bedeutenden Werken der griechischen Literatur. Textkritik und Kommentierung waren Aufgaben, deren Bedeutung Origenes erkannte und die er spĂ€ter mit Bezug auf die Bibel anging.cite-ref-16[16]
Freier Philosophielehrer und Asket
Als junger Mann gab Origenes den Grammatik- und Literaturunterricht auf, um kostenlos christlichen Philosophieunterricht fĂŒr alle Interessierten anzubieten. Er verkaufte die vĂ€terliche Bibliothek und bezog daraus eine kleine Rente, mit der er seinen Lebensunterhalt bestritt. Vor ihm hatten bereits Pantaenus und Clemens Alexandrinus als christliche Philosophen in der Metropole gewirkt. Origenes kannte und benutzte die Werke des Clemens, ohne aber dessen SchĂŒler gewesen zu sein.cite-ref-17[17] Als die SchĂŒlerzahlen stiegen, ĂŒbertrug Origenes seinem SchĂŒler Heraklas den AnfĂ€ngerunterricht und unterrichtete selbst die Fortgeschrittenen. Bischof Demetrius von Alexandria versuchte, den Laien Origenes in kirchliche Strukturen einzubinden, indem er dessen Schule offiziell mit dem Unterricht fĂŒr Taufbewerber (Katechese) beauftragte. Eusebius bezeichnete die Schule des Origenes deshalb als âKatechetenschuleâ (Ï᜞ ÏáżÏ ÎșαÏηÏÎźÏΔÏÏ ÎŽÎčΎαÏÎșαλΔáżÎżÎœ tĂČ tá»
s katÄchážseĆs didaskaleÄ©on). Sie blieb aber âin Stellung und Organisation ein freier Unterricht in christlicher Philosophie.âcite-ref-18[18] âZielpublikum waren nicht nur Taufbewerber, sondern auch bereits getaufte Christen â auch âHĂ€retikerâ, â und gebildete Heiden, die sich fĂŒr das Christentum interessierten.âcite-ref-19[19] Einige der ersten SchĂŒler und SchĂŒlerinnen wurden als Christen in der Amtszeit des PrĂ€fekten Subatianus Aquila (206â210/211) inhaftiert; die römischen BĂŒrger unter ihnen wurden enthauptet, die anderen teils nach Folterungen verbrannt. Origenes begleitete sie unter persönlichem Risiko als Seelsorger bis zum Martyrium.cite-ref-20[20]
Ein GerĂŒcht besagte, dass Origenes sich selbst kastriert habe. Er habe, so Eusebius, das Jesus-Logion Mt 19,12 in jugendlichem asketischem Eifer wortwörtlich aufgefasst.cite-ref-21[21] Jahrhundertelang galt die Selbstkastration des Origenes als historischer Fakt, der das Bild der Nachwelt von diesem antiken Theologen stark prĂ€gte. Karl Friedrich Schnitzer wies aber in der EinfĂŒhrung seiner 1835 veröffentlichten Ăbersetzung von De principiis auf die WidersprĂŒchlichkeit des Eusebius-Berichts hin: Einerseits wollte Origenes demnach GerĂŒchten ĂŒber seinen Umgang mit der aus Frauen und MĂ€nnern gemischten SchĂŒlergruppe die Grundlage entziehen â andererseits habe er darauf geachtet, dass seine Umwelt nichts von seiner Tat erfuhr. Georg Friedrich Böhringer brachte ein weiteres Argument: Eine wortwörtliche Bibelauslegung sei gerade nicht typisch fĂŒr Origenes. Als er rund dreiĂig Jahre spĂ€ter das MatthĂ€usevangelium kommentierte, ging Origenes bei Mt 19,12 nicht auf seine persönliche Situation ein und verwarf ein wörtliches VerstĂ€ndnis.cite-ref-22[22] Damit waren die wesentlichen Argumente der Skeptiker auf dem Tisch, denen sich beispielsweise Ferdinand Christian Baur, Adolf von Harnack (in spĂ€teren Jahren), Walter Bauer, Erich Klostermann, Henry Chadwick, Hermann Josef Vogt und Rowan Williams anschlossen.cite-ref-23[23] Doch bereits 1838 argumentierte Veit Engelhardt gegen Schnitzer, die ZuverlĂ€ssigkeit des Eusebius (der generell der Hauptzeuge fĂŒr Origenesâ Biografie ist) sei im konkreten Fall nicht erschĂŒttert. Origenesâ Auslegung von Mt 19,12 erklĂ€rte er damit, dass dem alternden Gelehrten sein radikales jugendliches Asketentum peinlich gewesen sei; auĂerdem sei eine Selbstkastration von zeitgenössischen Asketen öfter erwogen worden. Ăhnlich argumentierte der erste moderne Origenes-Biograf Ernst Rudolf Redepenning. Henri Crouzel interpretierte in seiner Origenes-Biografie 1985 die Auslegung von Mt 19,12 als eine spĂ€te Selbstkritik des Origenes. Je besser die spĂ€tantike (christliche und nichtchristliche) Askese im Verlauf des 20. Jahrhunderts erforscht wurde, umso mehr Vergleichsmaterial fand sich. Daher widersprach Peter Brown seinem Lehrer Chadwick: Die Selbstkastration des Origenes sei nichts SingulĂ€res; es gebe keinen Grund, ihm diese abzusprechen.cite-ref-24[24]
SchĂŒler des Ammonios Sakkas?
In einem Brief erwĂ€hnte Origenes, dass er die Vorlesungen eines alexandrinischen Philosophielehrers besuche, um Anfragen von Gebildeten besser beantworten zu können. Einen Namen nannte er hier nicht.cite-ref-25[25] Porphyrios zufolge nahm Origenes Unterricht bei dem berĂŒhmten Platoniker Ammonios Sakkas: â⊠als ein Hörer (áŒÎșÏοαÏáœŽÏ akroatážs) des Ammonios, der zu unseren Lebzeiten den gröĂten Erfolg in der Philosophie hatte, erwarb er sich von seinem Lehrer groĂen Nutzen im Hinblick auf wissenschaftliche Kenntnisse.âcite-ref-26[26] Ammonios war der Lehrer Plotins, des BegrĂŒnders des Neuplatonismus. Zu seinem engeren SchĂŒlerkreis gehörte ein Philosoph Origenes, der in den spĂ€ten 260er Jahren die Schule Plotins besuchte, als Porphyrios dort studierte. Zu diesem Zeitpunkt war der Christ Origenes lĂ€ngst gestorben. Es handelt sich also entweder eine Verwechslung des Porphyrios, und der Christ Origenes war nie SchĂŒler des Ammonios, oder Ammonios hatte zwei SchĂŒler, die diesen hĂ€ufigen Namen trugen. In diese Richtung weist, dass Porphyrios den Christen Origenes als âHörerâ des Ammonios bezeichnete, d. h. als jemand, der die Veranstaltungen unregelmĂ€Ăig besuchte und nicht (wie der Heide Origenes) zum engeren Kreis gehörte.cite-ref-27[27]
Reisen und erste Veröffentlichungen
WĂ€hrend er seinen Lebensmittelpunkt in Alexandria hatte, unternahm Origenes mehrere Reisen.cite-ref-28[28] Wie Eusebius wohl aus Briefen des Origenes kombinierte, hielt sich letzterer wĂ€hrend der Amtszeit des Bischofs Zephyrinus (â 217) in Rom auf.cite-ref-29[29] Er wollte dort, so Eusebius, âdie sehr alte Kirche sehenâ; ein weiteres Motiv vermutet John McGuckin aber darin, sich in einem der wichtigsten philosophischen Zentren des Reichs sehen zu lassen und Kontakte zu knĂŒpfen. AuĂerdem konnte Origenes seine Reisen nutzen, um BĂŒcher fĂŒr seine Privatbibliothek zu erwerben.cite-ref-30[30] Rom war in der Kaiserzeit ein herausragendes Reiseziel fĂŒr griechischsprachige Gelehrte. Zum einen lockte die Aussicht auf âviel Geld, groĂes Prestige sowie entsprechend förderliche Kontakteâ, zum anderen ermöglichten die Bibliotheken Roms âeinen breiten Zugriff auf die ĂŒberlieferten griechischen WissensbestĂ€ndeâ.cite-ref-31[31]
Der römische Statthalter von Arabia Petraea interessierte sich fĂŒr Philosophie und lud Origenes zu sich ein.cite-ref-32[32] In der Regierungszeit des Kaisers Caracalla (um 215) wurden Unruhen in Alexandria niedergeschlagen, philosophische Schulen geschlossen und Philosophielehrer aus der Stadt verwiesen. Origenes wich nach Caesarea Maritima aus. Die Bischöfe Alexander von Jerusalem und Theoktistes von Caesarea gaben ihm die Möglichkeit, als Lehrer und Prediger tĂ€tig zu sein. Etwa im Jahr 218 forderte Bischof Demetrius ihn brieflich auf, wieder nach Alexandria zu kommen.cite-ref-33[33] Origenes reiste heim â in dem Wissen, dass er in den beiden fĂŒhrenden Bischöfen von Syria Palaestina treue UnterstĂŒtzer gewonnen hatte und mit einer ganz besonderen Erwerbung fĂŒr seine Bibliothek: einer Schriftrolle mit Psalmen, die nahe Jericho in einem Tonkrug entdeckt worden war.cite-ref-34[34]
ZurĂŒck in Alexandria, widmete sich Origenes der Bibelkommentierung nach dem Standard antiker Philologie. Ein MĂ€zen namens Ambrosius unterstĂŒtzte ihn ab jetzt finanziell. Ambrosius war ein wohlhabender Angehöriger der Alexandriner Stadtverwaltung, ehemals ein AnhĂ€nger des Gnostikers Valentinus, bevor ihn Origenes von seiner christlichen Philosophie ĂŒberzeugte. SpĂ€ter lieĂ er sich in Nikomedia nieder.cite-ref-35[35] Ambrosius stellte Origenes mehrere Stenographen zur VerfĂŒgung, die sich schichtweise abwechselten, auĂerdem Kopisten und Kalligraphinnen.cite-ref-36[36] Dass Origenes nun mit eigenen Veröffentlichungen hervortreten konnte, verdankte er seinem MĂ€zen, mit dem er ein Interesse am Bibelstudium und an einem asketischen Leben teilte.cite-ref-37[37]
Als Vorarbeit begann Origenes mit einer Synopse zum Alten Testament, der Hexapla. AuĂerdem verfasste Origenes mehrere Bibelkommentare: die ersten fĂŒnf BĂŒcher eines Kommentars ĂŒber das Johannesevangelium, acht BĂŒcher ĂŒber die Genesis, Kommentare zu den Psalmen 1 bis 25 und fĂŒnf BĂŒcher ĂŒber die Klagelieder Jeremias. Von zwei BĂŒchern ĂŒber die Auferstehung blieben nur Fragmente erhalten. Ein weiteres Hauptwerk der Alexandriner Jahre ist die erste christliche Dogmatik (De principiis).cite-ref-38[38]
Konflikt mit Bischof Demetrius
Um 231/232 trat Origenes eine Reise nach Griechenland an. Eine Zwischenstation legte er in Caesarea Maritima ein, wo er sich aus unbekannten GrĂŒnden vom Ortsbischof Theoktistes zum Presbyter (= Priester) ordinieren lieĂ. Sein Heimatbischof Demetrius von Alexandria hatte es bereits missbilligt, dass Origenes als Laie sowohl in Caesarea als auch in Jerusalem in Gottesdiensten Bibeltexte ausgelegt hatte. Die von Theoktistes eigenmĂ€chtig vorgenommene Ordination betrachtete er als Eingriff in seine Befugnisse. Von Caesarea reiste Origenes weiter nach Athen und fĂŒhrte ein StreitgesprĂ€ch mit dem Valentinianer Candidus. Eine interpolierte und von Origenes nicht autorisierte Niederschrift dieser Diskussion kam in Umlauf, die Origenes die Meinung zuschrieb, dass die Erlösung des Teufels notwendig sei. Demetrius hatte damit eine Handhabe, um gegen ihn vorzugehen. Weder Briefe an Freunde und SchĂŒler, in denen Origenes sich von den ihm unterschobenen Ansichten distanzierte, noch die UnterstĂŒtzung seiner Gönner, der Bischöfe Theoktistes und Alexander, konnten die Eskalation des Konflikts noch aufhalten.cite-ref-39[39] Alfons FĂŒrst betont, dass es in diesem Streit nur am Rande um Origenesâ RechtglĂ€ubigkeit gegangen sei, vor allem aber âum AutoritĂ€t und Disziplin in der Kirche, und im Hintergrund stand das ungeklĂ€rte VerhĂ€ltnis zwischen der freien wissenschaftlichen LehrtĂ€tigkeit und der kirchlichen Einbindung des Origenes.âcite-ref-40[40] Eine Synode der Bischöfe und Presbyter unter der Leitung des Demetrius verbot Origenes, in Alexandria zu lehren. Dies war eine ĂŒberregionale Zusammenkunft mit Bischöfen aus Rom, Griechenland, Arabia, PalĂ€stina und Ăgypten. Hier ging es anscheinend um die Grenzen der bischöflichen Jurisdiktionsgewalt: ob palĂ€stinische Bischöfe den Alexandriner Origenes zum Priester ordinieren durften bzw. umgekehrt, ob der Bischof von Alexandria ihnen dies untersagen konnte.cite-ref-41[41] Auf einer zweiten, lokalen Synode der Ă€gyptischen Bischöfe wurde Origenes der Rang eines Presbyters aberkannt.cite-ref-42[42]
TĂ€tigkeit in Caesarea Maritima
Caesarea Maritima war zwar keine Metropole wie Alexandria, doch gab es Ăhnlichkeiten. Die Hauptstadt der Provinz Syria Palaestina war âkosmopolitisch, multikulturell, multireligiös â also besonders fruchtbar fĂŒr die Wissenschaft.âcite-ref-43[43] Origenes lieĂ sich hier etwa im Jahr 232 dauerhaft nieder und brachte seine BĂŒcher mit. Seine durch den Umzug nach Caesarea unterbrochene Arbeit am Kommentar zum Johannesevangelium fĂŒhrte er am neuen Wohnort weiter.cite-ref-44[44] Der sehr fragmentarisch erhaltene Genesis-Kommentar war wahrscheinlich parallel zum Johannes-Kommentar in Arbeit.cite-ref-45[45] In Caesarea begann Origenes weitere ausfĂŒhrliche Kommentarwerke zum Hohelied, zum MatthĂ€usevangelium sowie zum Römerbrief.cite-ref-46[46] In einem in der Suda erhaltenen Brieffragment klagte Origenes ĂŒber das Arbeitspensum, das Ambrosius von ihm erwarte: âIch kann nĂ€mlich nicht einmal essen, ohne zu kollationieren, und nach dem Essen kann ich nicht spazierengehen und dem armen Körper Erholung gönnen, sondern auch in jenen Momenten sind wir zu gelehrter Arbeit und zur Korrektur der Manuskriptkopien gezwungen. Es ist uns zudem nicht einmal möglich, zur Gesunderhaltung des Leibes die ganze Nacht zu schlafen, da sich die gelehrte Arbeit bis weit in den Abend hineinzieht.âcite-ref-47[47]
Origenes leitete (und Ambrosius finanzierte) eine Institution, die Bibliothek und Skriptorium mit einer Schule verband. Wie sich Origenesâ alexandrinische Katechetenschule zum Schulbetrieb in Caesarea verhĂ€lt, ist in der Forschung strittig; neuere Arbeiten betonen aber die KontinuitĂ€ten. Nach dem Modell zeitgenössischer Philosophenschulen sammelte Origenes hier wie dort einen âLernzirkelâ um sich, gekennzeichnet durch ein âIneinander von relativer Offenheit nach auĂen und einer gleichzeitigen Tendenz zur ExklusivitĂ€t.âcite-ref-48[48] Die Gregorios Thaumaturgos zugeschriebene Dankesrede betonte die emotionale Bindung an den Lehrer und gibt einen Eindruck von Origenesâ Lehrplan.cite-ref-49[49] Die Schule des Origenes bot eine umfassende Ausbildung (áŒÎłÎșÏÎșλÎčÎżÏ ÏαÎčΎΔία enkĂœklios paideĂa) an, die sich in Dialektik, Physik und Ethik gliederte. Arithmetik und Geometrie, die dem Oberthema Physik zugeordnet waren, sollten die SchĂŒler geistig auf das Erhabene ausrichten und dadurch auf den Ethik-Unterricht vorbereiten, âdas Streben nach den göttlichen Tugenden, nicht nur in der Theorie, sondern auch im praktischen Leben.âcite-ref-50[50] Danach sah der Lehrplan vor, Schriften der klassischen Philosophen und Dichter mit Ausnahme der âAtheistenâ (Epikureer) zu studieren, und erst jetzt befassten sich die SchĂŒler auch mit der Bibel, wobei offen bleibt, ob sie biblische BĂŒcher durchlasen oder eher auf philosophisch interessante Bibelstellen, möglicherweise in einer Anthologie, zugriffen.cite-ref-51[51]
Von Caesarea aus brach Origenes zu theologischen LehrgesprĂ€chen in die Provinz Arabia Petraea auf, unter anderem mit Beryllus von Bostra. Die philosophisch interessierte Kaiserinwitwe Julia Mamaea hatte von Origenes gehört und lieĂ ihn âwohl im Winter 232/3âcite-ref-52[52] mit einer Eskorte an ihren Hof in Antiochia am Orontes holen.cite-ref-53[53] Origenes hinterlieĂ einen positiven Eindruck. AuĂer der Ehre, in den höchsten Kreisen zu verkehren, empfing er wohl auch Geldgeschenke. Wie andere Philosophen seiner Zeit gewann er Prestige durch Kontakte mit der Elite.cite-ref-54[54]
Nachdem Kaiser Severus Alexander zusammen mit seiner Mutter Julia Mamaea von meuternden Truppen getötet und Maximinus Thrax im FrĂŒhjahr 235 zum Kaiser ausgerufen worden war, ging letzterer gegen Höflinge seines VorgĂ€ngers vor. Sie wurden teils zum Tode, teils zum Exil verurteilt, ihre GĂŒter eingezogen. Darunter waren mehrere Christen. Eine darĂŒber hinaus gehende Verfolgung von Klerikern, von der Eusebius schreibt, gilt als unwahrscheinlich. Ebenfalls im Jahr 235 richtete ein Erdbeben in Kappadokien erhebliche SchĂ€den an und hatte eine lokale Christenverfolgung zur Folge, die meisten Opfer konnten fliehen. Diese Ereignisse waren der Hintergrund fĂŒr Origenesâ Schrift âAufforderung zum Martyriumâ (Exhortatio ad martyrium), die an seinen MĂ€zen Ambrosius und den Presbyter Protoktetus gerichtet war. Er rechnete darin mit einer unmittelbar bevorstehenden Verfolgung. Doch trafen diese BefĂŒrchtungen offenbar weder fĂŒr ihn noch fĂŒr seine Freunde ein.cite-ref-55[55]
Gelegentlich brach Origenes zu Reisen durch PalĂ€stina auf, um in der Bibel genannte Orte selbst in Augenschein zu nehmen und dadurch schwierige Textstellen zu klĂ€ren. Er entschied aufgrund seiner Recherchen beispielsweise, dass der Ort der Taufe Jesu am Jordan (Joh 1,28 ) Bethabara und nicht Bethanien geheiĂen haben mĂŒsse und die Heilung eines Besessenen am See Genezareth (Mt 6,28 ) weder in Gerasa noch in Gadara (beide Orte sind zu weit vom See entfernt), sondern im âLand der Gergesenerâ lokalisiert werden mĂŒsse.cite-ref-56[56] Weitere Reisen fĂŒhrten ihn nach Ephesus, nach Nikomedia und nach Caesarea in Kappadokien, wo er eine Schule fĂŒr christliche Philosophie grĂŒndete.cite-ref-57[57]
Letzte Lebensjahre
Eusebius zufolge gestattete Origenes erst mit ĂŒber 60 Jahren (also um 246), dass seine Predigten mitstenographiert wurden. Auch wenn dies wohl zu pauschal ist und einige Homilien frĂŒher datiert werden, gelten die ĂŒber 200 von Origenes erhaltenen Homilien als Alterswerk.cite-ref-58[58] In die Jahre 245â250 datiert die auf Wunsch seines MĂ€zens Ambrosius verfasste ausfĂŒhrliche Widerlegung des lĂ€ngst verstorbenen mittelplatonischen Philosophen Kelsos (Contra Celsum). In der gleichen Zeit disputierte Origenes mit einem Bischof Herakleides ĂŒber Fragen der Christologie und TrinitĂ€tslehre; das GesprĂ€chsprotokoll blieb erhalten.cite-ref-59[59]
Origenes schrieb nach Angaben des Eusebius an Kaiser Philippus Arabs (reg. 244â249) und dessen Gattin Marcia Otacilia Severa je einen Brief. Zum Inhalt ist nichts bekannt; Eusebius brachte diese Information im Kontext von GerĂŒchten, Philippus Arabs und Gattin seien Christen gewesen. Da letzteres von der althistorischen Forschung als Legende betrachtet wird, erĂŒbrigen sich Spekulationen, Origenes sei kirchlicher Berater des Kaisers oder Ăhnliches gewesen.cite-ref-60[60]
In den spĂ€ten 240er Jahren lernte der damals noch jugendliche Neuplatoniker Porphyrios Origenes kennen. Wahrscheinlich besuchte er in Caesarea kurzzeitig seine Vorlesungen.cite-ref-61[61] In seinem Urteil ĂŒber Origenes schwingt mit, dass die christliche Lebensweise von paganen Kritikern als gesetzwidrig angesehen wurde. Origenes wird als âschachernderâ Sophist karikiert, der sich mit âbarbarischenâ, nĂ€mlich hebrĂ€ischen Texten befasste, die âfremdartige Mythenâ enthielten:
âOrigenes [âŠ] lief, obwohl er als Grieche mit griechischer Bildung erzogen worden war, auf die barbarische Verwegenheit auf. Dieser [sc.barbarischen Verwegenheit] nun verschacherte er sich selbst und seine wissenschaftlichen FĂ€higkeiten rasch, indem er zwar im Hinblick auf seinen Lebensstil wie ein Christ lebte, und zwar gegen das Gesetz, sich aber doch bei seinen Ansichten ĂŒber die irdischen VerhĂ€ltnisse und das Göttliche als Grieche gebĂ€rdete und griechische Lehren den fremdartigen Mythen unterschob.â
â
Porphyrios
:
Contra Christianos
, 6F (aus Buch 3)
Unter Kaiser Decius wurde Origenes wie jeder Einwohner des Reichs im Herbst 249 zum Opfer fĂŒr den Kaiser und die römischen Götter aufgefordert. Er weigerte sich, daran teilzunehmen, und kam in Haft. Origenes wurde gefoltert, auf Weisung des Richters jedoch am Leben gelassen, so Eusebius.cite-ref-63[63] Möglicherweise war beabsichtigt, dass der prominente Christ ĂŒberleben und schlieĂlich öffentlichkeitswirksam das geforderte Opfer darbringen sollte â wozu es dann nicht mehr kam, weil Decius im Juni 251 im Krieg gegen die Goten fiel. Origenes wurde beim Herrschaftsantritt des Trebonianus Gallus freigelassen, erholte sich aber nicht mehr von den Folgen der Folter.cite-ref-64[64] Er starb 253 oder 254, Hieronymus zufolge in Tyros, wo spĂ€ter sein Grab gezeigt wurde.cite-ref-65[65] Die Origenes-Forschung schlieĂt sich an Eusebius an, wĂ€hrend Epiphaniosâ Gegendarstellung wenig Beachtung findet: Man habe Origenes sexuelle Gewalt angedroht, und er sei daraufhin vom christlichen Glauben abgefallen.cite-ref-66[66] Dies bezeichnet FĂŒrst als âdie ĂŒbelste Verleumdung, die Epiphanius sich hat zuschulden kommen lassen.âcite-ref-67[67]
Werk
TextĂŒberlieferung
In der Bibliothek von Caesarea existierte ein Werkverzeichnis, das Pamphilus seiner Apologie des Origenes beigab. Hieronymus nutzte wahrscheinlich die Schrift des Pamphilus fĂŒr eine unvollstĂ€ndige Auflistung der Schriften des Origenes und kam auf 77 Titel in fast 800 BĂŒchern. Die meisten teilten das Schicksal der christlichen Literatur vor der Konstantinischen Wende und blieben nicht erhalten.cite-ref-68[68] In der Regierungszeit Kaiser Justinians wurden Schriften des Origenes auĂerdem gezielt zerstört.cite-ref-69[69]
Etwa die HĂ€lfte des erhaltenen Werks des Origenes liegt auf Griechisch vor, die andere HĂ€lfte ist nur in lateinischer Ăbersetzung (von Hieronymus, Rufinus von Aquileia oder anonym) bekannt. Bei den lateinischen Texten ist die Ăberlieferungssituation gĂŒnstiger, da im Decretum Gelasianum alle Schriften des Hieronymus zur LektĂŒre empfohlen wurden. FĂŒr im griechischen Original erhaltene Werke gibt es dagegen oft nur einen einzigen Textzeugen.cite-ref-70[70] Hier einige Beispiele:
âą Die Apologie Contra Celsum war in Lateineuropa bis zur Renaissance unbekannt. Auf einen Hinweis des byzantinischen Gelehrten Theodorus Gaza hin lieĂ Papst Nikolaus V. in Konstantinopel ein Manuskript des 13. Jahrhunderts ankaufen, das wahrscheinlich nach 1450 in Rom eintraf (Codex Vaticanus graecus 386). Der pĂ€pstliche Bibliothekar Cristoforo Persona fertigte 1481 die lateinische Ăbersetzung an.cite-ref-71[71]
âą Nach dem Fall von Konstantinopel (1453) brachten geflĂŒchtete Byzantiner oft ihre BĂŒcher mit nach Italien, die unter anderem von Kardinal Bessarion angekauft wurden. Er vermachte seine Bibliothek 1472 der Signoria von San Marco in Venedig. Zu Bessarions Bibliothek gehörte wahrscheinlich der wichtigste Textzeuge des MatthĂ€us- wie auch Johanneskommentars: der Codex Monacensis graecus 191 aus dem 13. Jahrhundert. Interessant ist dieser Codex auch durch seine Lesespuren: Am Rand finden sich öfter EintrĂ€ge wie âDu redest dummes Zeug, HĂ€retiker!â oder: âVorsicht! Wende dich ab!â Trotzdem wurden anstöĂige SĂ€tze des Origenes offenbar bis in die Endphase des Byzantinischen Reichs tradiert und nicht unterdrĂŒckt. Erwin Preuschen merkte an: âMan hat sich vor den HĂ€resien bekreuzigt, aber man hat sie abgeschrieben und gelesen.âcite-ref-72[72]
⹠Balthasar Cordier entdeckte 1648 im Escorial eine byzantinische Mischhandschrift des 11./12. Jahrhunderts, die unter anderem einige Jeremia-Homilien des Origenes enthielt (Codex Scorialensis Ω-III-19). Der spanische Diplomat Hurtado de Mendoza hatte diesen Band wohl in den 1530er Jahren in Venedig erworben und der Bibliothek des Escorial vermacht.cite-ref-73[73]
âą Im Jahr 1652 entdeckte Pierre Daniel Huet einen byzantinischen Codex in der Königlichen Bibliothek zu Stockholm, der sich vor dem DreiĂigjĂ€hrigen Krieg in der Bibliothek des Wormser Doms befunden hatte und heute in Cambridge aufbewahrt wird (Codex Cantabrigiensis Collegii S.Trinitatis 194 = MS B 8.10). Er enthielt einen Teil des MatthĂ€us-Kommentars und den Traktat ĂŒber das Gebet (De oratione). Huet fertigte eine Abschrift an, die er in Paris publizierte.cite-ref-74[74]
âą FĂŒr das britische MilitĂ€r tĂ€tige Arbeiter fanden 1941 in einem Ă€gyptischen Steinbruch die Tura-Papyri. Hier kamen zwei bisher unbekannte Texte des Origenes ans Licht: âĂber das Paschaâ (De pascha) und âGesprĂ€ch mit Herakleidesâ (Dialogus cum Heracleide), auĂerdem Teile von Contra Celsum, aus dem Römerbriefkommentar und aus einem Exzerpt der Homilien zum 1. Buch Samuel.cite-ref-75[75]
âą Im Jahr 2012 entdeckte Marina Molin Pradel in der Bayerischen Staatsbibliothek MĂŒnchen in einem byzantinischen Manuskript des 12. Jahrhunderts (BSB Codex graecus 314) 29 griechische Psalmen-Homilien des Origenes, von denen 25 zuvor unbekannt waren.cite-ref-76[76] Diese Psalmen-Auslegungen waren ein Alterswerk des Origenes, das ihn deutlich im römischen PalĂ€stina verortet. Einerseits machen sich die NĂ€he Jerusalems und die Kontakte zum zeitgenössischen Judentum bemerkbar, andererseits das Kolorit Caesarea Maritimas als römisch geprĂ€gte Stadt.cite-ref-77[77]
Origenes als Philologe und Exeget
Origenes war, so Christoph Markschies, âder erste Christ der Antike, der auf sehr vielen Gebieten damaliger Wissenschaft mit seinen BeitrĂ€gen höchstes Niveau erreichteâ; er hebt besonders das âRiesenprojektâ der Kommentierung biblischer BĂŒcher nach den Standards kaiserzeitlicher Philologie hervor.cite-ref-78[78] Bernhard NeuschĂ€fer zufolge hatte sich der jugendliche Origenes als grammatikĂłs das philologische Handwerkszeug angeeignet: 1. Textkritik (ÎŽÎčÎżÏΞÏÏÎčÎșÏΜ diorthĆtikĂłn), 2. sprachlich-historisch-sachliche ErlĂ€uterung (áŒÎŸÎ·ÎłÎ·ÏÎčÎșÏΜ exÄgÄtikĂłn) und 3. WĂŒrdigung von Sinn und Form des Textes (ÎșÏÎčÏÎčÎșÏΜ kritikĂłn):cite-ref-79[79]
1. Origenes versuchte in seinen Kommentaren zu klĂ€ren, ob Ăberlieferungsvarianten durch Fehler von Kopisten oder als tendenziöse Eingriffe von HĂ€retikern entstanden waren, auĂerdem wĂ€gte er unterschiedliche Ăbersetzungsmöglichkeiten ab. Origenes konservative Grundhaltung erweist ihn, so NeuschĂ€fer, als typisch kaiserzeitlichen Philologen, allerdings trennte ihn von den paganen Kollegen die Ăberzeugung, dass er einen Wort fĂŒr Wort heiligen Text kommentierte, âein Umstand, der die philologische Unbefangenheit der alten Alexandriner von vornherein verunmöglicht.âcite-ref-80[80]
2. Die âexegetischeâ Arbeit verlangte eine lexikographische Untersuchung einzelner Wörter, die auf den umgangssprachlichen Gebrauch und den fĂŒr das Werk spezifischen (im Fall des Origenes: biblischen) Sprachgebrauch einging; dabei griff Origenes vermutlich auf ein Synonymenlexikon von der Art des Herennios Philon und ein Wörterbuch wie das Werk des Diogenianos Grammatikos zurĂŒck. Sodann waren historische und naturwissenschaftliche Probleme zu klĂ€ren, die der Text stellte; hier brachte Origenes seine breite Kenntnis der Fachwissenschaften ein. Auch in der grammatisch-rhetorischen Exegese, Metrik und Stilkritik erweist sich Origenes als sehr belesen und lĂ€sst einen relativ starken stoischen Einfluss erkennen.cite-ref-81[81]
3. In der âkritischenâ Behandlung seines Textes setzte Origenes den allgemein anerkannten Grundsatz voraus, jeder Verfasser mĂŒsse âaus sich selbstâ erklĂ€rt werden, ging dann aber eigene Wege, wenn er postulierte, der Autor der ganzen Bibel sei der Heilige Geist, darum mĂŒsse das Alte Testament vom Neuen her interpretiert werden und umgekehrt. WidersprĂŒche könnten nur auf der Ebene des Literalsinns bestehen, sie lieĂen sich durch den mehrfachen Schriftsinn und vom Ganzen der Bibel her klĂ€ren.cite-ref-82[82]
Die Hexapla war fĂŒr Origenes ein Hilfsmittel fĂŒr die Arbeit am Alten Testament. Ihre Erarbeitung war ein komplexes und innovatives Projekt, das sehr groĂe Ressourcen band, sowohl Materialkosten als auch SchreibkrĂ€fte. Letztere musste Origenes, was das HebrĂ€ische betraf, auĂerhalb seiner griechisch-christlichen Gemeinde in Caesarea suchen. âMan stelle sich vor: ein Armarium, gefĂŒllt mit vierzig gleich aufgebauten Codices. Wo immer man sie öffnet, erscheinen sechs parallele Kolumnen.âcite-ref-83[83] Sie enthielten:
1. den hebrÀischen Text in hebrÀischer Schrift;
2. den hebrÀischen Text in griechischer Umschrift;
3. die griechische Ăbersetzung des Aquila;
4. die griechische Ăbersetzung des Symmachus;
5. die griechische Ăbersetzung der Septuaginta;
6. die griechische Ăbersetzung von Theodotion.
Die fĂŒnfte Kolumne war der Kern des Projekts. Hier bot Origenes fĂŒr die Hand gebildeter Christen eine Edition der im kirchlichen Gebrauch stehenden Septuaginta. Asterisci markierten Ănderungen, die Origenes aufgrund der anderen Ăbersetzungen vorgenommen hatte. Text der Septuaginta, der in der hebrĂ€ischen Version nicht enthalten war, markierte Origenes in der fĂŒnften Kolumne mit Obeli.cite-ref-84[84] Die zweite Kolumne ermöglichte es griechischsprachigen Lesern, sich im unvokalisierten Konsonantentext der ersten Kolumne zurechtzufinden, sofern sie ein wenig Aufwand betrieben und das hebrĂ€ische Alphabet gelernt hatten.cite-ref-85[85] Origenes selbst hatte nur geringe Kenntnisse der hebrĂ€ischen Sprache.cite-ref-86[86] Aquilas besonders wörtliche Ăbersetzung (dritte Kolumne) nutzte er meistens, um den hebrĂ€ischen Text zu verstehen; die gelegentlichen hebrĂ€ischen Zitate in Origenesâ Schriften sind, so John McGuckin, nur gelehrtes Beiwerk, um die Leserschaft zu beeindrucken.cite-ref-87[87]
Der Briefwechsel mit Sextus Iulius Africanus wirft ein interessantes Licht auf den Philologen Origenes. Africanus wies nach, dass die im hebrĂ€ischen Text nicht enthaltene ErzĂ€hlung von Susanna im Bade jĂŒnger ist als das hebrĂ€isch-aramĂ€ische Buch Daniel und dass sie ursprĂŒnglich auf Griechisch verfasst wurde, da griechische Wortspiele fĂŒr die Handlung wesentlich sind â die moderne Exegese sieht das genauso. Er beurteilte die ErzĂ€hlung als FĂ€lschung, die dem Buch Daniel nachtrĂ€glich angefĂŒgt worden sei. Origenes widersprach und behauptete gegen alle philologischen Argumente, aber mit massiver antijĂŒdischer Tendenz, es könne trotzdem eine hebrĂ€ische Vorlage der Susanna-Geschichte geben, die von den Juden unter Verschluss gehalten werde. In der Susanna-Geschichte treten zwei jĂŒdische Ălteste als Schurken auf, die der Susanna nachstellen und von Daniel entlarvt werden. Zeitgenössische Juden unterdrĂŒckten angeblich den fĂŒr die AutoritĂ€t ihrer Ăltesten heiklen Text. Die Septuaginta aber enthielt die Susanna-Geschichte, und in der Kirche wurde sie gelesen. Das war fĂŒr Origenes maĂgeblich, und daran lieĂ er nicht rĂŒtteln.cite-ref-88[88]
Wie sich die Kommentare und die Scholien des Origenes zueinander verhalten, ist unsicher. Paul Koetschau und Pierre Nautin vermuteten, Origenes habe alle biblischen BĂŒcher auslegen wollen, und weil ihm das allein mit Kommentaren nicht gelang, habe er mit Scholien die LĂŒcken aufgefĂŒllt. Dies ist aber unwahrscheinlich, weil es Scholien auch zu biblischen BĂŒchern gab, die Origenes kommentiert hatte. Christoph Markschies zufolge war ein ÏÏÏλÎčÎżÎœ schĂłlion (Hieronymus: excerptum) zur Zeit des Origenes keine EinzelerklĂ€rung einer sprachlich-sachlich schwierigen Textstelle, sondern eine private Mitschrift eines Hörers seiner Vorlesungen. WĂ€hrend Origenes seine Kommentare redigierte und veröffentlichte, zirkulierten solche unautorisierten Mitschriften im kleinen Kreis, fanden aber letzten Endes auch den Weg in die Ăffentlichkeit.cite-ref-89[89]
Origenes gab sich keine MĂŒhe, seine Texte literarisch anspruchsvoll zu gestalten. Sie tragen die Kennzeichen des mĂŒndlichen Vortrags. âIn oft langen Perioden wird, ohne luzide Gliederung u. unterbrochen von Nebengedanken [âŠ] in gelehrter Manier Ăberlegung auf Ăberlegung gehĂ€uft, um den analysierten Gedanken möglichst genau herauszuarbeiten.âcite-ref-90[90]
Kontakte mit jĂŒdischen Gelehrten
Die jĂŒdische Gemeinde von Alexandria war in hellenistischer und frĂŒhrömischer Zeit sehr groĂ und berĂŒhmt gewesen. Sie wurde aber bei der römischen Niederschlagung ihres Aufstands in den Jahren 115â117 vernichtet, so dass Origenes sie nicht mehr kennenlernte.cite-ref-92[92] WĂ€hrend seiner zweiten Lebensphase in Caesarea war es fĂŒr Origenes viel leichter, sich ĂŒber das Judentum zu informieren. Es gab vor Ort eine jĂŒdisch-rabbinische, eine samaritanische und eine judenchristliche (ebionitische) Gemeinde. Origenes erwĂ€hnte öfter, dass er sich schwierige Bibelstellen von jĂŒdischen Gelehrten erklĂ€ren lieĂ. Namentlich erwĂ€hnte er einen âPatriarchen Jullosâ (áŒžÎżÏλλοÏ, bei Hieronymus: Hiullus), dessen Identifikation allerdings unsicher ist. Er erfragte von seinen GewĂ€hrsleuten auch den Bedeutungsumfang hebrĂ€ischer Wörter. Der hebrĂ€ische Bibeltext war fĂŒr Origenes interessant, aber die Heilige Schrift des Alten Testaments war fĂŒr ihn die Septuaginta, die seiner Meinung nach göttlich inspirierte Ăbersetzung ins Griechische. Er kannte einige zeitgenössische tannaitische Midraschim. Besonders bei seiner Kommentierung des Buchs Exodus ĂŒbernahm er jĂŒdische Auslegungen; beispielsweise referierte er die Tradition, dass beim Auszug aus Ăgypten fĂŒr jeden der Zwölf StĂ€mme Israels ein eigener Pfad durch das Rote Meer gebahnt worden sei. Auf Flavius Josephus bezog er sich öfter, besonders auf das Testimonium Flavianum. Von Philon von Alexandria, den er aber nur selten namentlich anfĂŒhrte, ĂŒbernahm Origenes die philosophisch-spirituelle Bibelauslegung; er war Vorbild bei der Allegorese, was sich bis in Einzelauslegungen zeigen lĂ€sst, und lieferte Origenes rund 20 Prozent seiner Etymologien biblisch-hebrĂ€ischer Namen.cite-ref-93[93] Lee I. Levine vermutet, dass der Austausch des Origenes mit jĂŒdischen GesprĂ€chspartnern in Caesarea ein Geben und Nehmen gewesen sei; einerseits lernte Origenes so rabbinische Traditionen kennen, andererseits vermittelte er dem AmorĂ€er Hoschaja möglicherweise Gedankengut Philons.cite-ref-94[94] Die grundlegende Studie zu diesem Thema stammt von Nicholas de Lange (1978). Er urteilte vorsichtig, dass die gute Kenntnis der jĂŒdischen Traditionen das Alleinstellungsmerkmal des Origenes unter den griechisch schreibenden Theologen der Alten Kirche gewesen sei. Henri Crouzel ĂŒbernahm de Langes Forschungsergebnisse in plakativ vereinfachter Form und schloss, Origenes sei mit Rabbinen befreundet gewesen. Wahrscheinlicher ist aber eine Konkurrenzsituation aufstrebender jĂŒdischer und christlicher Gemeinden in einer Stadt, die insgesamt pagan-römisch geprĂ€gt war.cite-ref-95[95]
Im MatthĂ€us-Kommentar und in der Apologie Contra Celsum Ă€uĂerte sich Origenes mehrfach zur heilsgeschichtlichen Rolle des Judentums. Bei der Kommentierung des StreitgesprĂ€chs ĂŒber den Scheidebrief (Mt 19,7â8 ) erlĂ€uterte er, die Synagoge sei die erste Frau des Logos (= Jesus Christus) und habe sich von ihm getrennt.cite-ref-96[96] Aber in der weiteren Kommentierung erinnerte sich Origenes daran, dass Paulus die endgĂŒltige Rettung Israels erwartete (Röm 11,2 ), und formulierte deshalb, dass der Logos die Synagoge trotz Scheidung in Zukunft wieder annehmen werde.cite-ref-97[97]
In Contra Celsum vertrat Origenes bezĂŒglich der Rolle des Judentums zwei weitgehend voneinander unabhĂ€ngige Argumentationen: Einerseits entspreche es der göttlichen Vorsehung, dass die von Jesus Christus vermittelte Erlösung alle Menschen erreichte. Die Ablehnung Jesu durch die Mehrheit der Juden sei in diesem göttlichen Heilsplan nur akzidentiell. Andererseits gipfelte in der Sicht des Origenes eine lange Ungehorsamsgeschichte der Juden in dem Verrat an Jesus, und als Strafe habe Gott ihnen Prophetie, heilige Schriften und Heilsangebot weggenommen und sie den Nichtjuden zugĂ€nglich gemacht.cite-ref-98[98]
Hatte sich Kelsos um 180 polemisch mit einem hellenistischen Judentum auseinandergesetzt, so stand Origenes in den 240er Jahren vor allem die rabbinische Gemeinde in Caesarea vor Augen. FĂŒr Kelsos war das Christentum eine abseitige Sondergruppe des an sich schon verachtenswerten Judentums. Er machte sich daher ĂŒber die jĂŒdische Lebensweise lustig â Origenes widersprach, weil die jĂŒdische Tradition sich ebenso wie das Christentum göttlicher Offenbarung verdanke. Dabei war Origenes der moderne Gedanke fremd, dass das Christentum sich aus dem Judentum entwickelt habe.cite-ref-99[99]
Kontakte mit Philosophen
âDer Philosoph der Römischen Kaiserzeit (high empire) war ⊠ein Kompositwesen, eine komplexe und idiosynkratische Mischung von wanderndem Sophisten und erleuchtetem Guru,â stellen Anthony Grafton und Megan Williams fest: Die Zweite Sophistik hatte in verschiedenen Wissensgebieten technische Brillanz und Systembildung gefördert. Man gab sich sehr belesen und verortete sich in einer bestimmten Schultradition; die getreue Nachfolge von AutoritĂ€ten (mit entsprechender Streitlust gegen konkurrierende Schulen) verlieh den eigenen Werken LegitimitĂ€t. Aber zur Zeit des Origenes hatten die SchulrivalitĂ€ten ihre SchĂ€rfe verloren. Ein Philosoph konnte eklektisch auf verschiedene Werke von Philosophen, Dichtern, ja sogar âBarbarenâ (sofern sie ins Griechische ĂŒbersetzt worden waren) zugreifen. Wichtig war, dass er selbst als charismatische Persönlichkeit seinen SchĂŒlern vorlebte, was er lehrte.cite-ref-100[100] Dies waren fĂŒr Origenes gĂŒnstige Voraussetzungen, da seine Heilige Schrift in ihrem ersten Hauptteil in einer âbarbarischenâ Sprache verfasst worden war.
Wie alle Autoren der Alten Kirche verstand Origenes die christliche Lehre (und also auch seine eigenen Veröffentlichungen) nicht als Theologie, sondern als christliche oder biblische Philosophie: âDas Christentum ist somit eine philosophische Wahrheit, die durch die natĂŒrliche Vernunft ergrĂŒndet werden kann. Auch die Bibel selbst ist Philosophie.âcite-ref-101[101] Den platonischen Dialogen Ion und Phaidros zufolge ermöglichten die Götter den Menschen das Philosophieren. Dem Phaidros-Kommentator Hermeias von Alexandria zufolge geschah dies durch âIlluminationen und Inspirationenâ. Diesen platonischen Inspirationsbegriff (áŒÏÎŻÏÎœÎżÎčα epĂpnoia) nutzte Origenes, um die Inspiriertheit der christlichen Bibel zu beschreiben. Die Bibeltexte bestĂ€tigen demnach, was durch Philosophieren schon immer bekannt und anerkannt war, insbesondere im Bereich der Ethik. Mit diesem apriorischen Vorwissen, nicht mit Bibelstellen, argumentierte Origenes auch gegen seiner Meinung nach falsche philosophische Anschauungen, etwa die These, die Materie sei mit Gott gleichewig, oder die Ablehnung der göttlichen Vorsehung.cite-ref-102[102] Der Traktat De mundo, der fĂ€lschlich Aristoteles zugeschrieben wurde, beschrĂ€nkte die Vorsehung auf die supralunare SphĂ€re: dies war ein Hauptgrund fĂŒr Origenesâ polemische Ablehnung des Aristoteles, denn damit wĂ€re eine Beziehung des Menschen zu Gott fraglich, Opfer und Gebete nutzlos.cite-ref-103[103]
Im Zentrum der Philosophie Platons steht der Gedanke, dass der in theoretischer Sicht transzendente, dem Menschen entzogene Gott, in praktischer Sicht, wo es um die Ethik geht, dem Menschen nahe ist und der Mensch Gott Ă€hnlich werden kann. Origenes fand diesen Gedanken im biblischen Schöpfungsbericht wieder. Zur Gottebenbildlichkeit heiĂt es dort: âUnd Gott sprach: Wir wollen den Menschen machen nach unserem Bild und nach der Ăhnlichkeitâcite-ref-104[104]; Origenes kommentierte: âBildâ ist die unverlierbare, von Gott verliehene Entscheidungsfreiheit â âĂhnlichkeitâ ist das, womit der Mensch sich aktuell entweder Gott oder dem Teufel angleicht. Die Ăhnlichkeit mit Gott ist demnach verlierbar. Das unverlierbare Nach-dem-Bild-Gottes-Sein besagte fĂŒr Origenes, dass Gott und die Menschen vernunftbestimmt sind, und daraus folgte fĂŒr ihn notwendig, dass moralisches Handeln fĂŒr Gott und fĂŒr die Menschen das Gleiche bedeutet.cite-ref-105[105]
Origenes zeigte, dass er sich in der Ideenlehre, wie sie im Ăbergang vom Mittel- zum Neuplatonismus diskutiert wurde, gut auskannte. Er spielte die Prinzipientheorie mehrfach ein, um Gott-Sohn als zweite Person der TrinitĂ€t zu profilieren, da die traditionelle Logostheologie seines Erachtens hier nicht weiterfĂŒhrte. Beispielsweise schlug Origenes in Contra Celsum eine âwissenschaftliche Untersuchungâ (ζΟÏηÏÎčÏ zážtÄsis) darĂŒber vor, ob Gott-Sohn âWesen der Wesenâ, âIdee der Ideenâ und âUrsprungâ sei, Gott-Vater aber jenseits davon stehe. Er deutete also an, dass seine TrinitĂ€tslehre platonisch anschlussfĂ€hig sein könnte, legte sich aber nicht darauf fest.cite-ref-106[106]
Innerhalb des Platonismus beteiligte sich Origenes an der Diskussion der Seelenwanderungslehre und hatte hier insofern eine âSchlĂŒsselstellungâ (Theo Kobusch), als er die Transmigration der Seele in Tierkörper zurĂŒckwies und entsprechende Stellen in Platons Werken moralisierend umdeutete: âWenn die Seele vom Guten herabsinkt und sich zur Schlechtigkeit hinneigt und immer mehr in diese hineingerĂ€t, dann wird sie, wenn sie nicht umkehrt, infolge der Unvernunft viehisch und infolge der Bosheit wie ein Tier.âcite-ref-107[107] Zu dieser Modifikation veranlasste ihn der Freiheitsgedanke, der fĂŒr Origenes zentral war: Menschen haben Freiheit, Tiere nicht; tierhaft lebende Menschen machen von ihrer Freiheit keinen Gebrauch, sondern ĂŒberlassen sich ihren Naturtrieben. WĂ€hrend Origenes persönlich die Seelenwanderungslehre ablehnte, hielt der Neuplatonismus daran fest, Origenesâ Argumentation scheint dort aber Eindruck gemacht zu haben, weil Porphyrios und Iamblichos von Chalkis betonten, dass die Seelenwanderung die ontologischen Grenzen niemals ĂŒberschreite und Platon mit der Tierwerdung der Seele die Reinkarnation in einen tierhaft lebenden Menschen gemeint habe.cite-ref-108[108] Seine Freiheitsphilosophie bezog Origenes aus der Stoa, der er auch in der Ethik positive Impulse entnahm, wĂ€hrend er die stoische Kosmologie mit dem in ihr angelegten Pantheismus ablehnte.cite-ref-109[109]
In der Auseinandersetzung mit Kelsos griff Origenes auf das platonische Konzept der Ungeschriebenen Lehre zurĂŒck, um zu verdeutlichen, warum die Propheten und Apostel die höchsten Wahrheiten der Menge vorenthalten hĂ€tten. Nicht an sich, aber im AlltagsgesprĂ€ch seien sie unsagbar. Gegen den Vorwurf des Kelsos, das Christentum grĂŒnde sich auf âbloĂen Glaubenâ, wĂŒrdigte Origenes den AutoritĂ€tsglauben der einfachen Christen; ein selbst durchdachter Glaube sei freilich besser.cite-ref-110[110]
Origenesâ Theologie als christliche Philosophie
In einem FrĂŒhwerk unternahm Origenes den Versuch, die einzelnen GlaubenssĂ€tze der kirchlichen Ăberlieferung (Regula fidei) zu durchdenken, mit Bibelzitaten zu vertiefen und in einen Gesamtentwurf zu integrieren:
â
Hauptartikel
:
De principiis (Origenes)
Dieses in der Theologiegeschichte sehr einflussreiche Werk ist so, wie Origenes es schrieb, nicht erhalten. Es gibt eine gekĂŒrzte und offensichtlich entschĂ€rfte lateinische Ăbersetzung des Rufinus von Aquileia, und es gibt Zitate aus De principiis bei Origenes-Kritikern, die ohne Kontext prĂ€sentiert werden. Der fehlende Kontext macht das VerstĂ€ndnis schwierig. Denn nicht jeder Satz in De principiis gibt Origenesâ eigene Meinung wieder. Er zeigte gerne Probleme auf und spielte verschiedene Antworten durch; manchmal lieĂ er mehrere Lösungen nebeneinander stehen, in anderen FĂ€llen entschied er sich fĂŒr eine Antwort.cite-ref-111[111]
In Bezug auf das Gesamtwerk des Origenes lÀsst sich feststellen, dass mehrere Leitgedanken immer wiederkehren:cite-ref-112[112]
⹠Freiheit, Verantwortung und SchuldfÀhigkeit des Menschen;
âą Gottes Vorsehung und seine auf die Menschheit bezogene PĂ€dagogik;
âą Gottes Gerechtigkeit und GĂŒte.
In Origenesâ Anthropologie ĂŒberlagern sich eine platonische Dreiteilung und eine biblische Zweiteilung. Platonisch gesehen, hat die Seele (lateinisch anima, griechisch ÏÏ
ÏÎź psycháž) eine Mittelstellung zwischen Körper (corpus, Ïáż¶ÎŒÎ± sá»ma) und Geist (mens, ÎœÎżáżŠÏ noĆ©s); der biblische Autor Paulus von Tarsus betonte den Gegensatz zwischen Fleisch (caro, ÏÎŹÏΟ sĂĄrx) und Geist (spiritus, ÏÎœÎ”áżŠÎŒÎ± pneĆ©ma) â und Origenes versuchte, beide Konzepte zusammenzudenken.cite-ref-113[113] Die Körperlichkeit des Menschen war fĂŒr Origenes in flieĂendem Wandel, so dass der Mensch, genau genommen, schon nach wenigen Tagen nicht mehr denselben Leib habe wie zuvor. Und doch bleibe die âsomatische Formâ von der Kindheit bis ins Alter erhalten. Mit dieser âsomatischen Formâ, verwandelt zu einem pneumatischen Leib, werde die Seele nach der Auferstehung wieder bekleidet.cite-ref-114[114]
Die Bibel war fĂŒr Origenes in Analogie zum Menschen aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt. Daraus ergebe sich ein mehrfacher Schriftsinn:cite-ref-115[115]
âą Dem menschlichen Fleisch (lateinisch caro, griechisch ÏÎŹÏΟ sĂĄrx) entspricht der Literalsinn einer Bibelstelle.
âą Der Seele (anima, ÏÏ
ÏÎź psycháž) entsprechen Typologien und Allegorien, die einen ethischen Sinn der Bibelstelle erschlieĂen.
âą Dem Geist (spiritus, ÏÎœÎ”áżŠÎŒÎ± pneĆ©ma) entsprechen mystische Allegorien (anagogische, d. h. ânach oben fĂŒhrendeâ Deutung).
Der verborgene mystische Sinn war fĂŒr Origenes stets wichtiger als der Literalsinn; er sei âder vom Heiligen Geist gewebte Faden hinter klaren wie rĂ€tselhaften Aussagen oder Bildern der Bibel [âŠ] Was in Platons Höhlengleichnis der Aufstieg aus der sinnlich wahrnehmbaren Welt mit den SchattenwĂŒrfen geistiger Dinge und der Hinwendung zum wirklichen Sein ist, sucht sich bei Origenes einen spezifisch christlichen Rahmen.âcite-ref-116[116]
Origenes beschrieb die Gottheit als âeinfache geistige Naturâ (intellectualis natura simplex), âEinheitâ (ÎŒÎżÎœÎŹÏ monĂĄs) und âEinsheitâ (áŒÎœÎŹÏ henĂĄs).cite-ref-117[117] Um zu erklĂ€ren, wie der eine und einzige Gott die Vielfalt der wahrnehmbaren Wirklichkeit geschaffen habe, setzte Origenes ein platonisches Paradigma voraus â die Unterscheidung der sinnlich wahrnehmbaren materiellen Welt von der auf sie bezogenen geistigen RealitĂ€t. Sodann folgte Origenes einem Gedankengang Philons, der auch von einigen Gnostikern geteilt wurde:
â
Hauptartikel
:
PrÀexistenzlehre
Die Gottheit schuf demnach von Ewigkeit her vernunftbegabte Geistwesen (ΜÏÎ”Ï nĂłes). Sie hatten die FĂ€higkeit der Gottesschau, fielen aber aus eigenem freien Willen in unterschiedlichem MaĂe davon ab und wurden durch einen Prozess des Erkaltens und Verdichtens zu Seelen,cite-ref-118[118] die einen materiellen Körper erhielten. FĂŒr sie schuf Gott aus dem Nichts den materiellen Kosmos, um sie pĂ€dagogisch zur Gottesschau zurĂŒckzufĂŒhren.cite-ref-119[119] Die materielle Wirklichkeit ist fĂŒr die gefallenen Geistwesen ein âOrt der BewĂ€hrung [âŠ], durch den âhindurchâ sie wieder zu Gott âhinaufâ gelangen könnten.âcite-ref-120[120]
Der göttliche Logos ist einerseits (vgl. Kol 1,15 ) âErstgeborener der (ersten) Schöpfung (von Geistwesen)â und andererseits die Kraft, mit der Gott den materiellen Kosmos erschafft. Der Logos ist eine Seinsweise (Hypostase) Gottes; er ist Gott-Sohn, der von Gott-Vater ewig gezeugt wird, in der Substanz von ihm geschieden, doch im Willen von ihm ununterscheidbar. Gott-Sohn hat in der Bibel verschiedene Namen (wie zum Beispiel âChristusâ, âWeisheitâ oder âLebenâ)cite-ref-121[121]; dies sind âWahrnehmungsaspekteâ (áŒÏÎŻÎœÎżÎčαÎč epĂnoiai), durch die der eine Gott mit der Vielfalt der geschaffenen Welt in Beziehung steht. Der Heilige Geist ist die vornehmste durch den Logos geschaffene Kreatur, die am göttlichen Status des Logos und an seinen Wahrnehmungsaspekten Anteil hat.cite-ref-122[122]
Christoph Bruns sieht bei Origenes eine im Entstehen begriffene TrinitĂ€tslehre; das BeziehungsgefĂŒge der drei göttlichen Hypostasen lasse sich wie folgt zusammenfassen:cite-ref-123[123]
âą Gott-Vater: Ursprung aller Wirklichkeit, das Seiende, das Gute und Vollkommene schlechthin.
âą Gott-Sohn: Vom Vater in Ewigkeit gezeugt, ihm in ewiger Schau zugewandt, vermittelt er die All-Einheit des Vaters zur Vielheit der geschaffenen Welt (Epinoiailehre).
⹠Heiliger Geist: Vom Vater durch den Sohn geschaffne Kreatur, von den Vernunftwesen aber durch seine Heiligkeit und durch seine Relation zum Vater und zum Sohn unterschieden; das VerhÀltnis zum Sohn kann als Unterordnung oder Beiordnung bezeichnet werden.
Origenes konnte das VerhĂ€ltnis zwischen den trinitarischen Instanzen Vater, Sohn, Geist subordinatianistisch formulieren: der Vater dringe zu allem Seienden hindurch, der Sohn dagegen nur zu den Vernunftwesen und der Heilige Geist nur zu den Heiligen.cite-ref-124[124] Andererseits konnte Origenes Sohn und Geist auch auf eine Stufe stellen; und eine gemeinsame Natur der drei Hypostasen (De principiis 1,8,3) passt nicht zu einem strengen Subordinatianismus. Dieser uneindeutige Befund im Schrifttum des Origenes hatte zur Folge, dass sich im 4. Jahrhundert in der Diskussion der homoousios-Formel, die 325 durch das Konzil von NicĂ€a verbindlich gemacht worden war, alle Seiten auf Origenes beriefen und die âneunizĂ€nischeâ Synthese, die auf dem Konzil von Konstantinopel 381 durchgesetzt wurde, sprachlich, aber auch sachlich von Origenes geprĂ€gt war.cite-ref-125[125]
Der Lehrer der Menschen bei ihrem erneuten Aufstieg zur Gottesschau ist Jesus Christus. In seiner Inkarnation hat sich, so Origenes, der prĂ€existente Logos mit einer besonderen Seele und einem besonderen Körper so verbunden, dass die Gottesschau möglich ist:cite-ref-126[126] Die Seele Jesu war wie alle Seelen ursprĂŒnglich reiner Geist (noĆ©s), blieb aber im Gegensatz zu allen anderen Geistwesen stets in der Gottesschau und mit dem Logos verbunden. Sie gebrauchte ihre Freiheit stets zur Wahl des Guten. Sie sank nicht wie die anderen Geistwesen in die materielle Welt ab, sondern wurde von Gott-Vater mit Fleisch bekleidet.cite-ref-127[127] Dabei blieb sie durchdrungen vom Leben des Logos. Anhand der Seele Jesu entfaltete Origenes eine christologische Zwei-Naturen-Lehre und gelangte in die NĂ€he des spĂ€teren Konzepts der Communicatio idiomatum.cite-ref-128[128] Da Origenes alle Aussagen des Neuen Testaments ĂŒber Jesus Christus bejahte, konnte er die Erlösung auch einmal im Stil des Paulus beschreiben: als Opfertod Christi am Kreuz, durch den die Versöhnung mit Gott erfolgt. FĂŒr Origenesâ Theologie sind solche Ăberlegungen aber nicht charakteristisch.cite-ref-129[129] Nachfolge Christi hieĂ fĂŒr Origenes, dass der einzelne Mensch je nach seinen persönlichen Voraussetzungen mehr oder weniger unvollkommen Anteil an der Gottesschau gewinnt â und darin bestehe die Erlösung. Das Ziel ist eine vor allem intellektuelle Gemeinschaft mit Gott (Erleuchtung und Erkenntnis); Origenes sah sich als PĂ€dagogen, der seine SchĂŒler auf ihrem asketischen Weg begleitete. Zur Kirche gehören einerseits die Geistwesen, die an der Gottesschau teilhaben, andererseits die irdischen Existenzen, die Christus nachfolgen und durch ihn auf Gott ausgerichtet sind.cite-ref-130[130]
Die Sakramente verstand Origenes als âSymbole einer inneren Wandlungâ (Rowan Williams). Die mit Wasser vollzogene Taufe war fĂŒr Origenes weniger wichtig; entscheidend sei die Aufnahme des Logos in die Seele und der Beginn der Nachfolge Christi. Darum kam fĂŒr Origenes wie fĂŒr andere frĂŒhchristliche Theologien das Martyrium der Taufe gleich. Bei der Eucharistie war er (in der Begrifflichkeit spĂ€terer Kontroversen formuliert) der Ansicht, âdaĂ der Logos eher âmitâ als âunterâ den Elementen des Sakraments [= Brot und Wein] gegenwĂ€rtigâ sei. Als wahre Nahrung fĂŒr den menschlichen Geist sah Origenes hingegen das Wort Gottes, das sich durch LektĂŒre der Bibel erschlieĂe; entsprechend wichtig war ihm seine Lehre vom mehrfachen Schriftsinn.cite-ref-131[131]
In der Eschatologie erwartete Origenes im Gegensatz zu den meisten altkirchlichen Theologen keinen doppelten Ausgang der Weltgeschichte (Erlösung fĂŒr die Guten, Verdammung fĂŒr die Bösen), sondern erwog die RĂŒckkehr aller Vernunftwesen in die Gemeinschaft mit Gott. Er bezeichnete dies als âWiederherstellung von allemâ (áŒÏÎżÎșαÏÎŹÏÏαÏÎčÏ Ïáż¶Îœ ÏÎŹÎœÏÏΜ apokatĂĄstasis tá»n pĂĄntĆn). Das Weltgericht, das ihm durch die Kirchenlehre vorgegeben war, integrierte er so in sein Denken, dass es eine Station, aber nicht das Ziel sei. Da die Vernunftwesen ihren freien Willen behalten und Gott sie nicht zwingt, nahm Origenes fĂŒr ihre RĂŒckkehr lange ZeitrĂ€ume und weitere Welten nach dem Ende des gegenwĂ€rtigen Kosmos an.cite-ref-132[132] Als Philosoph konnte Origenes nicht ausschlieĂen, dass die Vernunftwesen nach ihrer RĂŒckkehr in die Gottesgemeinschaft dieser ĂŒberdrĂŒssig werden, herausfallen und der ganze Prozess immer weitergeht. Er hielt den Bibelvers 1 Kor 13,8a dagegen, den er so verstand, dass die Geistwesen durch ihre RĂŒckkehrerfahrung in der Gottesliebe so gestĂ€rkt seien, dass sie darin verharren. Aber er legte sich in diesem Punkt nicht fest.cite-ref-133[133]
Kontakte mit Gnostikern
Im 3. Jahrhundert zeigte sich, dass die schlichte Kirchenlehre gebildete Christen nicht mehr zufriedenstellte und von Gnostikern entworfene Systeme eine groĂe Faszination auf sie ausĂŒbten. Origenes kam mehrfach in Kontakt mit Gnostikern valentinianischer PrĂ€gung. FĂŒr ihn war es eine intellektuelle Herausforderung, einen Gegenentwurf zum valentinianischen System vorzulegen, der ihm bezĂŒglich der Verankerung in der kirchlichen Tradition, aber auch in der philosophischen Tiefe ĂŒberlegen sein sollte.cite-ref-134[134]
â
Hauptartikel
:
Valentinianismus
Holger Strutwolf zufolge war Origenes sowohl im Gesamtaufriss seines theologischen Systems als auch in EinzelzĂŒgen vom Dialog mit Valentinianern geprĂ€gt: So habe er die valentinianische âĂonenlehre in eine Epinoialehre transformiert, d. h. die Hypostasen der Valentinianer zu Eigenschaften des Sohnes transformiert.âcite-ref-135[135] An die Stelle des valentinianischen Sophia-Mythos tritt bei ihm die Lehre vom Fall der Vernunftwesen, die im valentinianischen Schrifttum (Evangelium Veritatis) Parallelen hat. Damit gelang es Origenes, gegen die Gnosis und mit der kirchlichen Tradition an der IdentitĂ€t des höchsten Gottes mit dem Schöpfergott festzuhalten. Mit der Lehre vom unterschiedlich tiefen Fall der mit freiem Willen begabten Vernunftwesen ĂŒberwand Origenes die Drei-Naturen-Lehre der Valentinianer, wobei er zugleich ihr Anliegen aufgriff, die unterschiedlichen Lebenschancen und Entwicklungspotentiale der Menschen zu erklĂ€ren. âWas die Valentinianer hierbei als endgĂŒltig festgelegte Naturen verstehen, wird bei Origenes zur durch Willensfreiheit in der PrĂ€existenz erworbenen PrĂ€disposition [âŠ], die letzten Endes durch Erziehung und Ăbung ĂŒberwunden werden kann.âcite-ref-136[136] In der Christologie der Valentinianer lĂ€sst sich Strutwolf zufolge eine Entwicklungslinie von Doketismus hin zu einer Art Zwei-Naturen-Lehre aufzeigen, die fĂŒr Origenes anschlussfĂ€hig war. Er betonte aber ĂŒber den Valentianismus hinausgehend die unlösbare Verbindung der Seele Jesu mit dem göttlichen Logos als naturhafte Teilhabe. In der Eschatologie setzte sich, so Strutwolf, mit der Apokatastasis âdie Logik der valentinianischen Pneumalehre in der Freiheitslehre des Origenes durch.âcite-ref-137[137]
In den Kontext der Auseinandersetzung mit gnostischen EntwĂŒrfen gehört auch die kleine Schrift âĂber das Gebetâ (De oratione), eine Vaterunser-ErklĂ€rung, die Origenes auf Wunsch seines MĂ€zens Ambrosius anfertigte. Unter Gnostikern war eine deterministische Sicht der göttlichen Vorsehung verbreitet, die Beten ĂŒberflĂŒssig machte. Dagegen wandte sich Origenes, der seinem Traktat einen Praxisteil befĂŒgte.cite-ref-138[138]
Wirkungsgeschichte
SpÀtantike
Origenismus
Als Origenismus wird die Weiterentwicklung der christlichen Philosophie des Origenes durch andere Theologen bezeichnet. Eine solche Weiterentwicklung ist die (553 verurteilte) Lehre von der Kugelform der Auferstehungskörper, die sich bei Origenes nicht findet, aber bei Origenisten bereits um 400 bezeugt ist.cite-ref-139[139]
Ein erstes Zentrum des Origenismus war Alexandria. Nach dem Weggang des Origenes entwickelte sich die dortige Katechetenschule zu einer Art Kaderschmiede fĂŒr das alexandrinische Bischofsamt. Sie stand zunĂ€chst unter Leitung des Heraklas. Er hatte sich vom SchĂŒler zum Gegner des Origenes gewandelt. Aber mit Dionysius ĂŒbernahm um 232 ein Alexandriner die Schulleitung, der in gutem Einvernehmen mit Origenes stand und insbesondere dessen Art der Bibelauslegung und dessen TrinitĂ€tslehre ĂŒbernahm. Hatte Origenes wie die meisten frĂŒhchristlichen Theologen die Unterordnung des Sohnes unter Gott-Vater gelehrt, so radikalisierte Dionysius diesen Subordinatianismus, um der Anschauung entgegenzutreten, Vater und Sohn seien nur Seinsweisen des einen Gottes, also praktisch identisch (Monarchianismus).cite-ref-140[140]
Im frĂŒhen Ă€gyptischen Mönchtum wurde das asketisch-mystische Erbe des Origenes rezipiert; erkennbar wird das erstmals bei Hierakas, der die körperliche Auferstehung bestritt. Durch die Auseinandersetzung mit Hierakas kam nun auch das ĂŒbergeordnete Konzept, die Eschatologie des Origenes, in den Fokus der Kritik. Nun meldeten sich Verteidiger des Origenes aus Caesarea: Pamphilos, der eine umfangreiche Apologie verfasste, und dessen SchĂŒler Eusebius. Dabei zeigte sich, dass Origenes in Caesarea zwar hoch verehrt wurde, seine Schriften in der Bibliothek aber bereits SchĂ€den erlitten hatten,cite-ref-141[141] vermutlich wĂ€hrend der Christenverfolgung, bei der Origenes selbst inhaftiert und gefoltert wurde.cite-ref-142[142]
Der arianische Streit lĂ€sst sich, so Lorenzo Perrone, auch als interne Auseinandersetzung unter den Origenisten in Alexandria verstehen, die dann immer weitere Kreise zog: auf der einen Seite Arius, der die bei Origenes als Tendenz vorhandene Unterordnung des Sohnes unter den Vater ins Extrem steigerte â auf der anderen Seite Bischof Alexander, der an der Lehre des Origenes festhielt: Gott-Sohn wird von Gott-Vater ewig gezeugt. Athanasius, der Alexander als Diakon zum Konzil von NicĂ€a (325) begleitet hatte, folgte ihm 328 im Bischofsamt nach. Er sah die in NicĂ€a angenommene homoousios-Formel als ĂŒbereinstimmend mit der Lehre des Origenes und verteidigte sie gegen die Partei des Arius;cite-ref-143[143] unterdessen widmete sich Didymus der Blinde als letzter bekannter Leiter der alexandrinischen Katechetenschule dem theologischen Erbe des Origenes: allegorische Bibelauslegung, platonische Traditionen, PrĂ€existenz der Seelen, Apokatastasis und (gegen den ManichĂ€ismus) menschliche Willensfreiheit.cite-ref-144[144]
Origenes hatte Begriffe und Konzepte gefunden, die ein Reservoir bildeten, aus dem sich alle Beteiligten der trinitĂ€tstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts bedienten: Er sprach beispielsweise als erster von drei Hypostasen der Gottheit, sah Gott-Sohn von Ewigkeit her an der Seite Gott-Vaters, unterschied göttliche und menschliche Natur in Christus; die innertrinitarischen Beziehungen von Vater, Sohn und Heiligem Geist zueinander sah er zusammen mit den verschiedenen âRollenâ, die sie in der Heilsgeschichte haben. Doch nachdem die Konzilien von NicĂ€a 325 und Konstantinopel 381 in der TrinitĂ€tslehre Sprachregelungen festgelegt hatten (NicĂ€no-Konstantinopolitanum), wirkten die Formulierungen des Origenes auf spĂ€tere Leser defizitĂ€r.cite-ref-145[145]
Erster origenistischer Streit
Hintergrund des ersten origenistischen Streits war ein seit der Konstantinischen Wende verĂ€ndertes kirchliches Klima: Die theologische Lehre wurde nun auf Bischofssynoden in Formeln fixiert, und Bischöfe waren ihre autorisierten Interpreten. FĂŒr experimentelles Denken in der Art des Origenes wurden die FreirĂ€ume damit kleiner. Ein gelehrter Mönch wie Euagrios Pontikos, der einen eigenstĂ€ndig weitergedachten Origenismus lehrte, wurde aus bischöflicher Sicht zum Problemfall. ZunĂ€chst geriet Bischof Theophilos von Alexandria mit ungebildeten Ă€gyptischen Mönchen in einen Konflikt, die die Bibel, insbesondere Aussagen ĂŒber Gottes Gesicht und seine Körperteile, wortwörtlich auffassten; ein Mönch âPhotinâ (wohl identisch mit Euagrios) erlĂ€uterte ihnen, wie solche Aussagen im Sinne des Origenes verstanden werden könnten. Aus unklaren GrĂŒnden schwenkte der Alexandriner Bischof nun um; Rowan Williams vermutet âGewaltandrohungen seitens extremistischer Mönche und die Gelegenheit, mĂ€chtige kirchenpolitische Rivalen in MiĂkredit zu bringen.âcite-ref-146[146] Er etikettierte Mönche, mit denen er Schwierigkeiten hatte, aber auch Bischöfe, die solche Mönche schĂŒtzten, als âOrigenistenâ. Lothar Lies zufolge betrieb Theophilos einen âantiorigenischen Feldzugâ, bei dem er Origenes auf Synoden verurteilen lieĂ und persönlich in WĂŒstenklöstern Schriften des Origenes zerstörte. Dabei habe er die RĂŒckendeckung des Papstes Anastasius I. gehabt.cite-ref-147[147]
Als HĂ€resiologe entwarf Bischof Epiphanios von Salamis ein griffiges Bild des durch ĂŒbermĂ€Ăige Bildung vom rechten Glauben in Spekulationen abgeirrten Origenes. Durch provokatives Auftreten des Epiphanios 393 in PalĂ€stina eskalierte der Konflikt: In einem Brief bezichtigte er den Bischof Johannes von Jerusalem und den in Jerusalem lebenden Asketen und Ăbersetzer Rufinus von Aquileia, dem âOrigenismusâ anzuhĂ€ngen. Hieronymus, der als Gelehrter in Bethlehem lebte, hatte bis dahin ausgiebigen Nutzen aus den Schriften des Origenes gezogen und war mit Rufinus seit Studienzeiten befreundet. Aber nachdem er den Brief des Epiphanios ins Lateinische ĂŒbersetzte und so zur Verbreitung der VorwĂŒrfe beitrug, war es damit vorbei. Der Jerusalemer Bischof sorgte dafĂŒr, dass das Bethlehemer Kloster nicht mehr von seinen Priestern versorgt wurde, und Epiphanios ordinierte daraufhin den Bruder des Hieronymus in Bethlehem zum Priester, womit er in die Befugnisse seines Jerusalemer Kollegen eingriff.cite-ref-148[148]
WÀhrend der Origenismusstreit im Osten damit eine kirchenrechtliche Wendung nahm, aber auch wieder abflaute, ging er im Westen in die nÀchste Runde:
â
Hauptartikel
:
Hieronymus (Kirchenvater)#Streit um Origenes
Rufinus ĂŒbersiedelte nach Rom, wo Hieronymus mehrere ParteigĂ€nger hatte. Hieronymus attackierte Rufinusâ lateinische Ăbersetzung von De principiis als VerfĂ€lschung und prĂ€sentierte eine GegenĂŒbersetzung. Beide ĂŒbersetzten Werke des Origenes ins Lateinische; Hieronymus fĂŒhrte dabei die viel rezipierte Unterscheidung des unĂŒbertroffenen Bibelgelehrten Origenes vom gefĂ€hrlichen spekulativen Denker Origenes ein. Dieser Ăbersetzungsarbeit ist es zu verdanken, dass zahlreiche Schriften des Origenes auf Lateinisch erhalten blieben, die im griechischen Original verloren sind.cite-ref-149[149]
Verurteilung des Origenes (543 und 553)
Unter palĂ€stinischen Mönchen kam es im 6. Jahrhundert zu Streitigkeiten zwischen Origenisten und Antiorigenisten. âDurch die PrĂ€senz von palĂ€stinischen Mönchen in der Hauptstadt [Konstantinopel] sowie die Bedeutung ihrer theologischen Positionierung fĂŒr das gesamte Reich, hatte der ursprĂŒnglich nur PalĂ€stina betreffende Origenes-Konflikt Auswirkungen auf die Hauptstadt sowie den Kaiser und motivierte das Handeln Justinians.âcite-ref-150[150] Dieser reagierte schnell. Er hatte in seiner Regierungszeit zunehmend die Rolle des theologischen Lehrers eingenommen und ĂŒbersandte nun dem Patriarchen von Konstantinopel einen Traktat, der die Irrlehren des Origenes aufdecken und mit hĂ€ufigem Bezug auf Traditionsargumente widerlegen sollte. Der Schwerpunkt dieser Epistula ad Menam lag auf der PrĂ€existenzlehre. Am Ende standen neun Anathematismen, die teils Positionen verurteilten, die Origenes nicht vertrat. Insbesondere wurde eine Christologie verdammt, die das erlösende Handeln des Christus mehr in der PrĂ€existenz als in der Welt verortete. Falls origenistische Mönche so etwas lehrten, war das weitab von den christologischen Trends des 6. Jahrhunderts.cite-ref-151[151] Nachdem der Patriarch und die in Konstantinopel anwesenden Bischöfe Justinians Edikt ratifiziert hatten, wurde es an die anderen Patriarchen weitergeleitet; auch Vigilius als Patriarch des Westens approbierte den Text. Damit waren Origenes und die ihm zugeschriebenen Lehren kraft kaiserlicher Gesetzgebung im Jahr 543 verurteilt.cite-ref-152[152]
Bevor das Konzil von Konstantinopel Anfang Mai 553 zusammentrat, fand eine Vorbereitungssitzung der angereisten Bischöfe statt. An sie richtete Kaiser Justinian einen Brief, der einige Punkte aus einer bei ihm eingereichten Anklageschrift antiorigenistischer palĂ€stinischer Mönche zusammenstellte und am Ende 15 Anathematismen gegen Origenes und seine AnhĂ€nger formulierte.cite-ref-153[153] Auf dem Konzil selbst wurde gemÀà kaiserlichem Wunsch ĂŒber Origenes und den Origenismus nicht verhandelt. Gleichwohl listete Kanon 11 des Konzils von Konstantinopel Origenes unter den verurteilten HĂ€retikern: âWenn jemand Arius, Eunomius, Makedonius, Apollinaris, Nestorius, Eutyches und Origenes mitsamt ihrem unglĂ€ubigen Schrifttum und all die anderen HĂ€retiker, die von der heiligen katholischen und apostolischen Kirche und den genannten heiligen vier Synoden verurteilt und mit dem Anathem belegt worden sind, nicht anathematisiert und alle, die genauso wie die eben genannten HĂ€retiker gedacht haben oder denken und bis zum Tod in ihrem Unglauben verharrten: ein solcher sei mit dem Anathem belegt.â Es gab also âeine konziliare Brandmarkung des Origenes als eines HĂ€retikersâ (Alfons FĂŒrst), auch wenn es streng genommen nicht um seine Lehre, sondern um die Anschauungen origenistischer Mönche in PalĂ€stina ging. Letztere weigerten sich, die Verurteilung des Origenes zu akzeptieren. Der Patriarch von Jerusalem exkommunizierte sie daraufhin, lieĂ sie 554 vom MilitĂ€r aus der Neuen Lawra vertreiben und siedelte dort im Folgejahr orthodoxe Mönche an.cite-ref-154[154]
Mittelalter
Abgesehen von der Lehre der Wahrnehmungsaspekte (epĂnoiai), die im Palamismus rezipiert wurde, war die Verurteilung des Origenes in der byzantinischen Theologie so stark verankert, dass eine direkte Rezeption erschwert war. Immer wieder taucht Origenes in byzantinischen Ketzerkatalogen auf. Johannes Moschos (â 619) bot im Pratum spirituale eine popularisierte Form davon â die Geschichte des Mönchs Theophilos, der in einer Vision Origenes zusammen mit anderen HĂ€retikern im Höllenfeuer erblickte. Byzantinische Katenen enthalten zahlreiche Exzerpte aus den Bibelkommentaren des Origenes. Da Basilios von Caesarea, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa und Athanasius Origenisten waren und sie als KirchenvĂ€ter uneingeschrĂ€nkt rezipiert wurden, wirkte Gedankengut des Origenes indirekt weiter. Die von Basilios und Gregor von Nazianz aus den Schriften des Origenes unter dem Titel Philokalie zusammengestellte Anthologie hatte durch diese beiden das Siegel der RechtglĂ€ubigkeit; sie besteht etwa zur HĂ€lfte aus der Schrift Contra Celsum, die auf diesem Wege als einziges groĂes Werk des Origenes komplett im griechischen Original erhalten blieb und, wie mehrere byzantinische Manuskripte zeigen, auch ihre Leser fand. Sie lieĂ sich bei der apologetischen Auseinandersetzung der byzantinischen Theologen mit dem Islam gut verwenden.cite-ref-155[155]
Die Verurteilung des Origenes wurde im Westen weniger beachtet, allerdings galt sein Werk als hoch ambivalent. Cassiodor brachte es so auf den Punkt: âWo er gut war, war keiner besser, wo er schlecht war, war keiner schlechter (ubi bene, nemo melius; ubi male, nemo peius).âcite-ref-156[156] Origenes wurde aufgespalten in den hervorragenden Exegeten, dessen Bibelauslegung man vermittelt durch Hieronymus und Rufinus unbedenklich rezipierte, und den zu verurteilenden HĂ€retiker, der gefĂ€hrliche Lehren wie die Apokatastasis zu verantworten hatte.cite-ref-157[157] Origenistischen Einfluss sieht Hermann Josef Vogt im lateinischsprachigen Raum beispielsweise bei Hilarius von Poitiers, Ambrosius von Mailand, âĂŒber ihn auf Augustinus u. auf Gregor d. Gr. u. durch beide auf das Mittelalter.âcite-ref-158[158] Nachdem Benedikt von Aniane die LektĂŒre des von ihm so genannten âheiligenâ Origenes empfohlen hatte, wurde sein Werk etwa von Paschasius Radbertus (MatthĂ€uskommentar) und Hrabanus Maurus (Jeremia-Homilien) ausgiebig genutzt. Kommentare des Origenes nutzten Hugo und Richard von St. Viktor. Die Zisterzienser Wilhelm von Saint-Thierry und Bernhard von Clairvaux lieĂen sich von Origenes bei der mystischen Auslegung des Hohenlieds anregen. Hildegard von Bingen kannte die Hexateuch-Homilien des Origenes, die im 12. Jahrhundert viel gelesen wurden. Die Mystikerinnen Elisabeth von Schönau und Mechthild von Hackeborn berichteten ĂŒber Visionen, denen zufolge Origenes das Heil erlangt habe.cite-ref-159[159]
âDie gesamte Exegese des lateinischen Mittelalters war in ihren Verfahrensweisen und in ihren Inhalten in einem derart hohen AusmaĂ von der origeneischen Theorie eines mehrfachen Schriftsinns geprĂ€gt, dass sein Einfluss kaum ĂŒberschĂ€tzt werden kann.âcite-ref-160[160] Mit der Ausnahme von Johannes Scottus Eriugena war die Origenes-Rezeption in der systematischen Theologie hingegen gering; die aristotelisch begrĂŒndete Hochscholastik hatte an ihm kein Interesse. Im SpĂ€tmittelalter geriet Origenes weitgehend in Vergessenheit. Meister Eckhart hatte zwar seine lateinischen Predigten gelesen und verdankte ihm den zentralen Gedanken der Gottesgeburt im Herzen, doch davon abgesehen war seine SpiritualitĂ€t nicht origenisch.cite-ref-161[161]
Im Mittelalter wurde generell angenommen, dass Origenes sich selbst kastriert habe, um Frauen unterrichten zu können, ohne AnstoĂ zu erregen. Im Briefwechsel zwischen Petrus Abaelardus und Heloisa verwies der von den Leuten Fulberts kastrierte und nun als Mönch lebende Abaelardus auf Origenes, dessen Selbstkastration er als einen der theologischen IrrtĂŒmer dieses Gelehrten sah. Vergleichbare AusfĂŒhrungen ĂŒber den Irrtum des Origenes findet man auch bei einem SchĂŒler des Abaelardus, Johannes von Salisbury (De nugis Curialium). Im Rosenroman (13. Jahrhundert) vergleicht die personifizierte Natur missbilligend die Selbstkastration des Origenes mit einem anderen Akt irregeleiteter Selbstzerstörung: dem legendarischen Sprung des Philosophen Empedokles in die Flammen des Ătna. In spĂ€tmittelalterlichen illustrierten Ausgaben des Rosenromans wurden Origenes und Empedokles deshalb gemeinsam dargestellt.cite-ref-162[162]
FrĂŒhe Neuzeit
Im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz setzte nach 1437 unter italienischen Humanisten eine lebhafte Suche nach Manuskripten griechischer KirchenvĂ€ter ein. Der fĂŒhrende lateinische Patristiker Ambrogio Traversari entdeckte bei diesen Forschungen in Rom die Lukas-Homilien und in der Abtei Montecassino die Jesaja-Homilien des Origenes. Das in der Renaissance neu erwachte Interesse am Platonismus machte Origenes zu einem besonders geschĂ€tzten frĂŒhchristlichen Theologen. Marsilio Ficino feierte den spekulativen Denker Origenes als âedelstenâ und âexzellentestenâ Platoniker. Er hatte De principiis gelesen und interpretierte problematische Stellen in Origenesâ Theologie möglichst konform zur kirchlichen Lehre. Giovanni Pico della Mirandola formulierte 1490 pointiert in seinen Conclusiones, es sei vernĂŒnftiger (rationabilius), anzunehmen, dass Origenes das Heil erlangt habe, als dass er verdammt sei â einer der SĂ€tze, die als hĂ€resieverdĂ€chtig eingestuft wurden und Pico in der Amtszeit des Papstes Innozenz VIII. ins GefĂ€ngnis brachten.cite-ref-163[163]
Venezianische Buchdrucker belieferten den Markt ab 1503 mit lateinischen Origenes-Ausgaben; im Jahr 1512 druckten Jean Petit und Josse Bade in Paris die von Jacques Merlin erarbeitete und mehrfach neu aufgelegte Gesamtausgabe der lateinischen Werke des Origenes. Merlin stellte dieser Edition eine Vorrede und eine Apologie des Origenes voran, in der er den Nachweis fĂŒhrte, dass Origenes wie ein Heiliger gelebt und in allen Punkten rechtglĂ€ubig gelehrt habe. Was sich in Origenesâ Schriften nicht orthodox interpretieren lieĂ, war laut Merlin von HĂ€retikern interpoliert worden.cite-ref-164[164]
Erasmus von Rotterdam war, so Lothar Lies, ein âKenner des Origenesâ, der sich in Auseinandersetzung mit Martin Luther in De libero arbitrio (1524) die Freiheitslehre des Alexandriners zu eigen machte.cite-ref-166[166] Im Gegensatz zu Merlin erkannte Erasmus an, dass Origenes mehrfach geirrt habe, unter anderem durch ĂŒbermĂ€Ăiges Allegorisieren. Er erlĂ€uterte, dass Origenes Themen erforscht und nicht definiert habe; auch habe er vor dem Konzil von NicĂ€a (325) gelebt, und man könne ihm nicht anachronistisch vorwerfen, dass er ĂŒber Dogmen im Unklaren gewesen sei, die von der Kirche erst spĂ€ter verbindlich festgelegt wurden. Am Ende seines Lebens erarbeitete Erasmus eine Origenes-Werkausgabe, die 1536 postum veröffentlicht wurde.cite-ref-167[167] Als ErasmusschĂŒler schĂ€tzte Huldrych Zwingli die Schriften des Origenes; er besaĂ die Werkausgabe Merlins. Der Apokatastasislehre stand Zwingli nahe und fand bei Origenes das eigene spiritualistische AbendmahlsverstĂ€ndnis.cite-ref-168[168]
Luther hatte Texte des Origenes, wenn ĂŒberhaupt, nur in KirchenvĂ€ter-Anthologien gelesen.cite-ref-169[169] Das heiĂt auch, dass Luther in der Auseinandersetzung um die Willensfreiheit gar nicht realisierte, in welchem Umfang Erasmus mit Origenes argumentierte. Er orientierte sich am Literalsinn der Bibel und lehnte Origenesâ Allegorese deshalb ab: âOrigenes ist fast ein FĂŒrst und König uber die Allegorien und hat die gantze Bibel durchaus vol solcher heimlicher deutung gemacht, die denn nicht eines drecks werd sind.âcite-ref-170[170] Philipp Melanchthon wertete Origenesâ Römerbriefkommentar fĂŒr seine eigene Kommentierung aus. Origenes hatte nach Melanchthons Meinung die Rechtfertigungslehre des Paulus grundsĂ€tzlich missverstanden. Martin Bucer dagegen sah Origenes als BefĂŒrworter der Gerechtigkeit aus Glauben und nicht aus Werken.cite-ref-171[171]
Pierre Daniel Huet erschloss durch Bibliotheksrecherchen und Editionen Origenesâ griechische Bibelkommentare; seine Origeniana (1668) gelten ein Wendepunkt der Origenesforschung.cite-ref-172[172] Huets Editionsarbeit fand vor dem Hintergrund zeitgenössischer theologischer Kontroversen statt, da die jeweilige Gegenseite argwöhnte, bei Origenes finde sich nicht die im 17. Jahrhundert von der römisch-katholischen Kirche vertretene Lehre: so im Fall der Anrufung von Engeln und der Transsubstantiation (Briefwechsel Huets mit dem Calvinisten Samuel Bochart), des VerhĂ€ltnisses von Freiheit und Gnade (Auseinandersetzung mit Cornelius Jansen) und der TrinitĂ€tslehre (Auseinandersetzung mit dem Remonstranten Jean Leclerc).cite-ref-173[173]
â
Hauptartikel
:
Cambridger Platoniker
Bei den Hauptvertretern der aus puritanischem Milieu stammenden Cambridge Platonists ist der Einfluss der Freiheitslehre des Origenes, so Theo Kobusch, deutlich erkennbar, bei den englischen Deisten âzumindest inkognito.â Im deutschen Sprachraum sieht er Impulse des Origenes, verbunden mit Impulsen des Gregor von Nyssa, in der TĂ€uferbewegung und den Kreisen um Sebastian Franck und Kaspar Schwenckfeld. Der mystisch interessierte LĂŒneburger Superintendent Johann Wilhelm Petersen vermittelte origenische Motive an Gottfried Wilhelm Leibniz.cite-ref-174[174] Leibniz âfĂŒhlte sich mit seiner Lehre von der Welt freier Geister und von der Erlösung durch eine allgemeine Vergeistigung Origenes verwandt.âcite-ref-175[175] Sowohl die Apokatastasis-Idee als auch die Freiheitslehre beeinflussten Schriftsteller des 18. Jahrhunderts wie Klopstock, Wieland und Goethe. Die PrioritĂ€t der Freiheit gegenĂŒber dem menschlichen Wesen bzw. der menschlichen Natur prĂ€gte Johann Gottlieb Fichtes System der Sittenlehre (1798), und der spĂ€te Fichte verstand Gott im origenischen Sinn als âGott der Freiheitâ.cite-ref-176[176]
19. und 20. Jahrhundert
Dank ihrer mittlerweile errungenen Autonomie löste sich die Philosophie von theologischen Denkmustern; das Werk des Origenes war nun weitgehend ein Thema fĂŒr Kirchenhistoriker.cite-ref-177[177] ZunĂ€chst ĂŒberwog das Interesse am âSystemâ des Origenes, das hauptsĂ€chlich aus De principiis erhoben wurde. Der Denker Origenes stand in diesen Origenes-Deutungen in Distanz zur Kirche seiner Zeit. Wegweisend war die 1835 von Karl Friedrich Schnitzer vorgelegte (und bis 1976 einzige) deutsche Ăbersetzung dieser FrĂŒhschrift, die er als âWiederherstellungsversuchâ verstand; die Einleitung stellte De principiis als erste christliche Dogmatik in Konkurrenz zur Gnosis dar.cite-ref-178[178] Die Stichworte âSystemâ und âWissenschaftâ kennzeichnen die in den folgenden Jahrzehnten verfassten Origenes-Interpretationen: In den Jahren 1841â1846 erschien das zweibĂ€ndige Werk Origenes: Eine Darstellung seines Lebens und seiner Lehre des Göttinger Kirchenhistorikers Ernst Rudolf Redepenning. Ferdinand Christian Baur sah die Leistung des Origenes in seinem Lehrbuch der christlichen Dogmengeschichte (1847) darin, âden zum Wissen erhobenen Glauben zur Wissenschaft fortzufĂŒhren.âcite-ref-179[179] Die groĂen dogmengeschichtlichen Werke evangelischer Provenienz des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Adolf von Harnack 1886, Friedrich Loofs 1889, Reinhold Seeberg 1895) zeichneten Origenes als Religionsphilosophen, der versuche, seine âGlaubenswissenschaftâ mit der Kirchenlehre zu vereinbaren.cite-ref-180[180] Harnack charakterisierte Origenes so: âEr ist der Vater der kirchlichen Wissenschaft im weitesten Sinne des Worts und zugleich der BegrĂŒnder jener Theologie geworden, die im 4. und 5. Jahrhundert zur Ausbildung gelangt ist und die im 6. Jahrhundert ihren Urheber definitiv verleugnet hat, ohne doch das GeprĂ€ge zu verlieren, welches er ihr gegeben.âcite-ref-181[181]
Eine 1899 veröffentlichte Studie von Franz Diekamp wies nach, dass ĂŒber Origenes nicht auf dem Zweiten Konzil von Konstantinopel verhandelt worden war, sondern in einer Vorbereitungssitzung. Er schloss, dass Origenes als Person durch das Konzil nicht mit einem im Sinn der katholischen Dogmatik unfehlbaren Anathema belegt worden sei; dieses habe nur den ihm zugeschriebenen Schriften gegolten.cite-ref-182[182] Bei der Rehabilitation des Origenes in der katholischen Theologie des 20. Jahrhunderts wurde auf Diekamps Werk verwiesen.
Die drei BĂ€nde OrigĂšne, sa vie, son oeuvre, sa pensĂ©e des evangelisch-reformierten Patristikers EugĂšne de Faye erschienen in den Jahren 1923â1928. Der gesamte zweite Band widmete sich nicht Origenes selbst, sondern der Entwicklung der Philosophie in der römischen Kaiserzeit. Vor diesem Hintergrund stellte der dritte Band Origenes als Philosophen und Systematiker vor. Die Bibelauslegung des Origenes war fĂŒr de Faye nichts anderes die Verbreitung seiner philosophischen Lehren, die mit Hilfe der Allegorie in die Bibeltexte eingetragen wurden.cite-ref-183[183]
In Konkurrenz zu der bis dahin unbestrittenen Deutung des Origenes als Vertreter eines theologischen oder philosophischen Systems traten seit den 1930er Jahren Origenes-Interpretationen, die seine SpiritualitĂ€t und Mystik in den Mittelpunkt stellten. Dies ging einher mit einer kirchlichen und speziell katholischen Heimholung des Alexandriners, bei der französische Jesuiten eine fĂŒhrende Rolle hatten.cite-ref-184[184]
Die Nouvelle ThĂ©ologie war nĂ€mlich der dominierenden Neuscholastik, aber auch der Augustinus-Studien mĂŒde; Origenes faszinierte als griechischer Theologe, der vor dem Konzil von NicĂ€a 325 gelebt hatte und deshalb archaisch wirkte. Der Beginn der jesuitischen Origenes-Studien kann in einem LektĂŒrekreis des Scholastikats von FourviĂšre bei Lyon verortet werden, an dem Henri de Lubac, Jean DaniĂ©lou und Hans Urs von Balthasar teilnahmen; alle drei traten spĂ€ter mit Publikationen ĂŒber Origenes hervor.cite-ref-185[185] De Lubac und DaniĂšlou sahen Origenes als âKirchenmannâ sowie als Exegeten. WĂ€hrend de Lubac in Frontstellung gegen die historisch-kritische Methode die Bedeutung der Allegorese fĂŒr das VerstĂ€ndnis der Bibel herausstellte, blieb DaniĂšlou gegenĂŒber der Allegorese des Origenes zurĂŒckhaltend, die ihm zu platonisch oder gnostisch schien. Er bevorzugte die Typologie.cite-ref-186[186]
In seiner Studie Das Vollkommenheitsideal des Origenes (1931) wandte sich Walther Völker gegen die ganze bisherige Forschung, weil sie sich nur fĂŒr das dogmatische System des Origenes interessiert habe.cite-ref-187[187] Er rĂŒckte die Bibelauslegung und besonders die Homilien in den Mittelpunkt und fragte nach der origenischen SpiritualitĂ€t. Das Werk wurde von Hugo Rahner sehr positiv rezensiert; Rahner kritisierte allerdings, dass Völker die Bedeutung der Taufgnade fĂŒr Origenes nicht in ihrer Tiefe erfasst habe.cite-ref-188[188] Rahners Habilitationsschrift (1935) fĂŒhrt das zentrale spirituelle Konzept der Geburt Christi im Herzen des GlĂ€ubigen auf Origenes zurĂŒck.cite-ref-189[189] Dabei deutete Rahner Origenesâ Soteriologie erheblich um, wie FĂŒrst anmerkt: Bei Origenes, der universell und individualistisch dachte, kommt Christus im Herzen jedes Menschen zur Welt, der Tugenden wie Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Demut und Liebe praktiziert â Rahner leitete die Gottesgeburt konsequent von der Taufe und damit von der Kirche her.cite-ref-190[190]
Gegen den Trend der kirchennahen, mystischen Origenes-Interpretationen kehrte Hans Jonas zum âSystem Origenesâ zurĂŒck â in Fortsetzung der beispielsweise durch de Faye vertretenen Forschungsrichtung, aber ĂŒber diesen hinausgehend.cite-ref-191[191] Im unvollendeten zweiten Band von Gnosis und spĂ€tantiker Geist, der 1954 unter dem Titel Von der Mythologie zur mystischen Philosophie erschien, erlĂ€uterte Jonas: Zwar denke Origenes insofern nicht gnostisch, als er nicht intellektuell durch die Kraft der Erkenntnis, sondern moralisch durch die Kraft des Willens angetrieben sei. Trotzdem sei das âSystem Origenesâ gnostisch und markiere einen wesentlichen Fortschritt bei der Entmythologisierung der Gnosis, weil âsein moralisches kosmisches Schema von allen Eigennamen einschlieĂlich Satan und Christus abstrahiert [âŠ], sodass es eine Konfiguration von bloĂen âFigurenâ oder âFunktionenâ bleibt [âŠ], wo âalles zu allem werden kannâ, in einem âKreislauf der Wesenâ [âŠ] oder einem âKreislauf der Weltenâ [âŠ]â; die Weiterentwicklung seines Denkens in der monastischen Mystik, namentlich durch Euagrios Ponticus, sei daher folgerichtig.cite-ref-192[192] Jonasâ Interpretation setzte sich in der Origenes-Forschung nicht durch.cite-ref-193[193]
Die Rehabilitation des Origenes durch die jesuitische Nouvelle ThĂ©ologie hatte zur Folge, dass die VĂ€ter des Zweiten Vatikanischen Konzils sich positiv auf Origenes bezogen, der im Konzilsdokument Lumen gentium (1964) viermal explizit genannt wird.cite-ref-194[194] Unterdessen waren sowohl de Lubac als auch DaniĂšlou am interreligiösen GesprĂ€ch mit dem Buddhismus interessiert. Auch hier erwies sich die Theologie des Origenes als inspirierend: âWie der Logos in unterschiedlichen Formen in die Welt eintritt, sich verkörpert in der Heiligen Schrift und im Leib des irdischen Jesus und im verherrlichten auferstandenen und eucharistischen Leib, so tritt der letztlich transzendente Dharma-Leib im Buddhismus in unsere samsarische Welt ein und verkörpert sich im irdischen Leib des Buddha (vervielfacht als andere Buddhas in anderen Buddha-Reichen).âcite-ref-195[195]
Henri Crouzel galt in den 1970er und 1980er Jahren als fĂŒhrender Origenesforscher. Seine 1985 vorgelegte Origenes-Biografie war eine âApologie fĂŒr den oft ungerecht verurteilten Mann der Kirche.âcite-ref-196[196] Abgesehen von seinem abweichenden Sprachgebrauch, war Crouzels Origenes der Sache nach im Einklang mit dem Konzil von NicĂ€a, damit freilich auch viel weniger interessant.cite-ref-197[197] Crouzel initiierte den ersten Internationalen Origenes-Kongress, der 1973 im Kloster Montserrat zusammenkam und seither alle vier Jahre stattfindet. Die BeitrĂ€ge zu diesen Kongressen, die Crouzel bis 1997 leitete, erscheinen in der Reihe Origeniana (wechselnde Verlage, seit 1992 Peeters Publishers).cite-ref-198[198]
An der Wende zum 21. Jahrhundert prĂ€sentiert sich die Origenes-Forschung interkonfessionell und interdisziplinĂ€r. Angeregt durch Peter Brown, wandten sich Althistoriker seit den 1970er Jahren den christlichen Schriftstellern der SpĂ€tantike zu, darunter Origenes. Philologen arbeiten an der Edition von Origenesâ Werken. Neue Fragestellungen sind beispielsweise: Mit welchen rhetorischen Mitteln versuchte Origenes seine Leser zu ĂŒberzeugen? Wie beeinflusste der Asket Origenes die Ansichten seiner Leser in Fragen von Besitz und Status? Origenesâ Schriften lassen sich auf IndividualitĂ€t und DiversitĂ€t ebenso befragen wie auf die von ihm vorausgesetzte Geschlechterordnung. SchlieĂlich kann das Ăbersetzungswerk des Rufinus auch als Kulturtransfer in den Blick genommen werden.cite-ref-199[199]
Ein Kirchenvater?
Die römisch-katholische Patristik unterscheidet traditionell zwischen KirchenvĂ€tern und Theologen der Alten Kirche, denen sie diesen Rang nicht zubilligt und die sie deshalb als Kirchenschriftsteller bezeichnet. Origenes ist neben Tertullian der hervorragendste Vertreter dieser Kategorie. Beiden mangele es, so Otto Bardenhewer, âan kirchlicher Korrektheit des Lehrvortrages und auch an Heiligkeit des Lebenswandels.âcite-ref-200[200] Bei evangelischen Kirchenhistorikern herrscht ein offenerer Gebrauch des Begriffs Kirchenvater vor, und Origenes wird ĂŒblicherweise als ein solcher bezeichnet, etwa in Hans von Campenhausens Monographie Griechische KirchenvĂ€ter (1955). Die Bezeichnung des Origenes als Kirchenvater ist im 21. Jahrhundert auch in der katholischen Theologie anzutreffen.cite-ref-201[201]
Gedenktag
Literatur
Zu Textausgaben und Ăbersetzungen siehe:
â
Hauptartikel
:
Liste von Werken des Origenes
Fachlexika
âą Gilles Dorival: OrigĂšne dâAlexandrie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 4, CNRS Ăditions, Paris 2005, S. 807â842. ISBN 2-271-06386-8.
âą Alfons FĂŒrst: Origenes. In: Reallexikon fĂŒr Antike und Christentum, Band 26 (2015), Sp. 460â567. (Digitalisat)
âą Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 657â662.
âą Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 662â666.
âą Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 397â420.
âą Matthias Gatzemeier: Origenes (Theologe). In: JĂŒrgen MittelstraĂ: EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 6, Metzler 2016. ISBN 978-3-476-02105-2, S. 57â59.
âą Peter W. Martens, Eric Ziolkowski: Origen. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 9, De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-018377-1, Sp. 718â733.
Biografien, HandbĂŒcher
⹠Henri Crouzel: Origen. T & T Clark, Edinburgh 1989 (Französisches Original: OrigÚne, Paris 1985)
âą Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit. Hiersemann, Stuttgart 2017. ISBN 978-3-7772-1723-9.
âą Ronald E. Heine: Origen: Scholarship in the Service of the Church. OUP, Oxford / New York 2010.
âą Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen. OUP, Oxford / New York 2022.
âą John McGuckin (Hrsg.): The Westminster Handbook to Origen. Westminster John Knox Press, Louisville / London 2004.
Monografien und SammelbÀnde
âą Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker (= Studies in Education and Religion in Ancient and Pre-modern History in the Mediterranean and its Environs, Band 2). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2018.
âą Christoph Bruns: TrinitĂ€t und Kosmos. Zur Gotteslehre des Origenes (= Adamantiana, Band 3). Aschendorff, MĂŒnster 2013.
âą Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes: Kaiser Justinian und das Konzil von Konstantinopel 553 (= Adamantiana, Band 15). Aschendorff, MĂŒnster 2020. ISBN 978-3-402-13739-0.
âą Anthony Grafton, Megan Williams: Christianity and the Transformation of the Book: Origen, Eusebius, and the Library of Caesarea. The Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge / London 2006.
âą Nicholas de Lange: Origen and the Jews: Studies in Jewish-Christian Relations in Third-century Palestine. Cambridge University Press, Cambridge 1978.
âą Christoph Markschies: Origenes und sein Erbe: Gesammelte Studien (= Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur. Band 160). De Gruyter, Berlin u. a. 2007. ISBN 978-3-11-019278-0.
âą Peter W. Martens: Origen and Scripture: The Contours of the Exegetical Life. OUP, Oxford / New York 2012. ISBN 978-0-19-963955-7.
⹠Bernhard NeuschÀfer: Origenes als Philologe (= Schweizerische BeitrÀge zur Altertumswissenschaft, Band 18). 2 BÀnde. Reinhardt, Basel 1987.
⹠Holger Strutwolf: Gnosis als System. Zur Rezeption der valentinianischen Gnosis bei Origenes (= Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Band 56). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993.
⹠Hermann Josef Vogt: Origenes als Exeget, hrsg. von Wilhelm Geerlings. Schöningh, Paderborn u. a. 1999. (Digitalisat)
Artikel
âą Balbina BĂ€bler: FĂŒr Christen und Heiden, MĂ€nner und Frauen: Origenesâ Bibliotheks- und Lehrinstitut in Caesarea. In: Peter Gemeinhardt, Ilinca Tanaseanu-Döbler (Hrsg.): âDas Paradies ist ein Hörsaal fĂŒr die Seelenâ: Institutionen religiöser Bildung in historischer Perspektive (= Studies in Education and Religion in Ancient and Pre-modern History in the Mediterranean and its Environs, Band 1). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2018, S. 129â152.
âą Alfons FĂŒrst: Exegese als Lebensform: Christliche Paideia und Psychagogie bei Origenes. In: Peter Gemeinhardt (Hrsg.): Zwischen Exegese und religiöser Praxis: Heilige Texte von der SpĂ€tantike bis zum Klassischen Islam. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 85â115.
âą John McGuckin: Origen on the Jews. In: Studies in Church History, Band 21 (1992), S. 1â13.
Forschungsgeschichte
⹠Ulrich Berner: Origenes (ErtrÀge der Forschung). WBG, Darmstadt 1981.
âą Lothar Lies: Zum Stand heutiger Origenesforschung. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie, Band 102 (1980), S. 61â75 und 190â205.
âą Lothar Lies: Zum derzeitigen Stand der Origenesforschung. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie, Band 115 (1993), S. 37â62 und 145â171; Band 124 (2002), S. 201â226; Band 130 (2008), S. 484â501.
Weblinks
Wikisource: Origenes
â Quellen und Volltexte
Commons
: Origenes
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur von und ĂŒber Origenes im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Werke von und ĂŒber Origenes in der Deutschen Digitalen Bibliothek
âą University of Cambridge, Digital Library: Origen of Alexandria (Cambridge, Trinity College, MS B.8.10)
âą Bayerische Staatsbibliothek MĂŒnchen: Origenes: Originale griechische Predigten zu den Psalmen - BSB Cod.graec. 314
âą Edward Moore: Origen of Alexandria. In: James Fieser, Bradley Dowden (Hrsg.): Internet Encyclopedia of Philosophy.
âą Mark J. Edwards: Origen. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
Anmerkungen
cite-note-11. Die Pergamenthandschrift Codex graecus 314 als Digitalisat im Kulturportal bavarikon.
cite-note-22. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 397.
cite-note-33. â Peter W. Martens: Origen and Scripture: The Contours of the Exegetical Life, Oxford / New York 2012, S. 176 f.
cite-note-44. â Artur P. Urbano: Difficulties in Writing the Life of Origen. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 118â140, besonders S. 127â131 (Pamphilos und Eusebius) und 131 f. (Epiphanios).
cite-note-52. Roman Provincial Coinage IV,4,3539. (Online)
cite-note-66. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 4.
cite-note-77. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 4 f.
cite-note-88. â Epiphanios: Panarion 64,1,2.
cite-note-99. â Alfons FĂŒrst: Der junge Origenes im Bildungsmilieu Alexandrias. In: Ders., Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus: Studien zur antiken Theologiegeschichte. De Gruyter, Berlin / Boston 2011, S. 45â80, hier S. 47â50.
cite-note-1010. â Hartmut Leppin: Die frĂŒhen Christen: Von den AnfĂ€ngen bis Konstantin. 2. Auflage. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 355 und 378 f.
cite-note-1111. â Eusebius: Kirchengeschichte 6,2,13. (BKV)
cite-note-1212. â John McGuckin: The Life of Origen. In: The Westminster Handbook to Origen, Louisville / London 2004, S. 1â24, hier S. 3.
cite-note-1313. â Origenes: Briefe, hrsg. von Alfons FĂŒrst und Maren Niehoff, Berlin / Boston 2025, S. 213.
cite-note-1414. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 2 f.
cite-note-1616. â Ronald E. Heine: Origen: Scholarship in the Service of the Church, Oxford / New York 2010, S. 22â24.
cite-note-1717. â Zur Forschungsdiskussion vgl. Dietmar Wyrwa: Religiöses Lernen im zweiten Jahrhundert und die AnfĂ€nge der alexandrinischen Katechetenschule. In: Beate Ego, Helmut Merkel (Hrsg.): Religiöses Lernen in der biblischen, frĂŒhjĂŒdischen und frĂŒhchristlichen Ăberlieferung (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, Band 180). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2005, S. 271â306, besonders S. 300: âkein direktes, persönliches SchĂŒlerverhĂ€ltnis Origenesâ zu Clemens,â aber eine âgeistige TraditionskontinuitĂ€t.â
cite-note-1818. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 5 f.
cite-note-1919. â Balbina BĂ€bler: FĂŒr Christen und Heiden, MĂ€nner und Frauen: Origenesâ Bibliotheks- und Lehrinstitut in Caesarea, TĂŒbingen 2018, S. 131.
cite-note-2020. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders.: Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 3; Alain Le Boulluec: Origenes. in: Luce Pietri (Hrsg.): Die Zeit des Anfangs (= Die Geschichte des Christentums, Band 1). Herder, Freiburg / Basel / Wien 2003, S. 601â621, hier S. 603.
cite-note-2121. â Eusebius: Kirchengeschichte 6,8,1 (BKV). Das KastrationsgerĂŒcht war auch dem Origenes-Gegner Epiphanios von Salamis bekannt, der aber, da notorisch unzuverlĂ€ssig, in der Diskussion um die HistorizitĂ€t keine groĂe Rolle spielt.
cite-note-2222. â Georg Friedrich Böhringer: Die Kirche Christi und ihre Zeugen oder die Kirchengeschichte in Biographien. Band 1/1, 2. Auflage. Meyer & Zeller, ZĂŒrich 1864, S. 29 ff. (Digitalisat)
cite-note-2323. â Christoph Markschies: Kastration und Magenprobleme? Einige neue Blicke auf das asketische Leben des Origenes. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 15â34, hier S. 16â18.
cite-note-2424. â Hier referiert nach: Christoph Markschies: Kastration und Magenprobleme? Einige neue Blicke auf das asketische Leben des Origenes. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 15â34, hier S. 20â22; vgl. Peter Brown: Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums. Hanser, MĂŒnchen / Wien 1991, S. 491.
cite-note-2525. â Zitiert von Eusebius: Kirchengeschichte 6,19,11â14.
cite-note-2626. â Matthias Becker: Porphyrios, âContra Christianosâ: Neue Sammlung der Fragmente, Testimonien und Dubia mit Einleitung, Ăbersetzung und Anmerkungen (= Texte und Kommentare, Band 52). De Gruyter, Berlin / Boston 2016, S. 132â167, Ăbersetzung S. 135.
cite-note-2727. â Edward Jay Watts: City and School in Late Antique Athens and Alexandria (= Transformation of the Classical Heritage, Band 41). University of California Press, Berkeley / Los Angeles / London 2006, S. 158â161. Zur Forschungsdiskussion vgl. Gilles Dorival: OrigĂšne d'Alexandrie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Band 4, Paris 2005, S. 807â842, hier S. 810â813; Christoph Bruns: War Origenes wie Plotin SchĂŒler des Ammonios Sakkas? Ein quellenkritischer Beitrag zu seiner Verortung im Bildungsmilieu Alexandriens. In: Jahrbuch fĂŒr Religionsphilosophie, Band 7 (2008), S. 191â208; Heinz-GĂŒnther Nesselrath: Einleitung. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 1â11.
cite-note-2828. â Ronald E. Heine: Origen: Scholarship in the Service of the Church, Oxford / New York 2010, S. 21 f. Vgl. Eusebius: Kirchengeschichte 6,14,10 (BKV); 6,19,15-16 (BKV); 6,21,3 (BKV); 6,23,4 (BKV).
cite-note-2929. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 399.
cite-note-3030. â John McGuckin: The Life of Origen. In: The Westminster Handbook to Origen, Louisville / London 2004, S. 1â24, hier S. 8 f.
cite-note-3131. â Christian Fron: Bildung und Reisen in der römischen Kaiserzeit: Pepaideumenoi und MobilitĂ€t zwischen dem 1. und 4. Jh. n. Chr. (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte, Band 146). De Gruyter, Berlin / Boston 2021, S. 195 f.
cite-note-3232. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 399.
cite-note-3333. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 399.
cite-note-3434. â John McGuckin: The Life of Origen. In: The Westminster Handbook to Origen, Louisville / London 2004, S. 1â24, hier S. 10.
cite-note-3535. â John McGuckin: The Life of Origen. In: The Westminster Handbook to Origen, Louisville / London 2004, S. 12.
cite-note-3636. â Eusebius: Kirchengeschichte 6,23,2 (BKV).
cite-note-3737. â Anthony Grafton, Megan Williams: Christianity and the Transformation of the Book, Cambridge / London 2006, S. 78 f.
cite-note-3838. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 657â658.
cite-note-3939. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 8 f.
cite-note-4040. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 9 f.
cite-note-4242. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 400â401.
cite-note-4343. â Balbina BĂ€bler: FĂŒr Christen und Heiden, MĂ€nner und Frauen, TĂŒbingen 2018, S. 133.
cite-note-4444. â Andrew Carriker: The Library of Eusebius of Caesarea, Leiden / Boston 2003, S. 5.
cite-note-4545. â Origenes: Die Kommentierung des Buches Genesis, hrsg. von Karin Metzler, Berlin / Boston 2010, S. 4 (Einleitung).
cite-note-4646. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 658â659.
cite-note-4747. â Origenes: Briefe, hrsg. von Alfons FĂŒrst und Maren Niehoff, Berlin / Boston 2025, S. 233.
cite-note-4949. â Balbina BĂ€bler: FĂŒr Christen und Heiden, MĂ€nner und Frauen, TĂŒbingen 2018, S. 139 f.; vgl. Gregorios Thaumaturgos: Panegyricus in Origenem 15,182.
cite-note-5050. â Balbina BĂ€bler: FĂŒr Christen und Heiden, MĂ€nner und Frauen, TĂŒbingen 2018, S. 139.
cite-note-5151. â Hayim Lapin: Jewish and Christian Academies in Roman Palestine: Some Preliminary Observations. In: Avner Raban, Kenneth G. Holum (Hrsg.): Caesarea Maritima: A Retrospective after Two Millennia (= Documenta et Monumenta Orientis Antiqui, Band 21). Brill, Leiden 1996, S. 496â512, hier S. 502.
cite-note-5252. â Heinz Bellen: Die Kaiserzeit von Augustus bis Diokletian. 2. Auflage. WBG, Darmstadt 2010, S. 190.
cite-note-5353. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 658. Vgl. Eusebius: Kirchengeschichte 6,21,3 (BKV).
cite-note-5454. â Anthony Grafton, Megan Williams: Christianity and the Transformation of the Book, Cambridge / London 2006, S. 79 f.
cite-note-5555. â Origenes: Aufforderung zum Martyrium, hrsg. von Maria-Barbara von Stritzky, Berlin / Boston 2010, S. 7â11 (Einleitung).
cite-note-5656. â Hans Bietenhard: Caesarea, Origenes und die Juden. Kohlhammer, Stuttgart 1974, S. 39â41.
cite-note-5858. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 402.
cite-note-5959. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 659.
cite-note-6060. â Origenes: Briefe, hrsg. von Alfons FĂŒrst und Maren Niehoff, Berlin / Boston 2025, S. 38 (Einleitung); John M. York: The Image of Philip the Arab. In: Historia, Band 21 (1972), S. 320â332, hier S. 328â330 (âEinflussâ des Origenes auf den Kaiser); Henri Crouzel: Le christianisme de l'empereur Philippe l'Arabe. In: Gregorianum, Band 56 (1975), S. 545â550 (Origenesâ Briefe loben das Kaiserpaar dafĂŒr, sich der KirchenbuĂe unterzogen zu haben). Vgl. Eusebius: Kirchengeschichte 6,36,3 (BKV).
cite-note-6161. â Matthias Becker: Porphyrios, âContra Christianosâ: Neue Sammlung der Fragmente, Testimonien und Dubia mit Einleitung, Ăbersetzung und Anmerkungen (= Texte und Kommentare, Band 52). De Gruyter, Berlin / Boston 2016, S. 4 f. (Biographisches zu Porphyrios)
cite-note-623. Matthias Becker: Porphyrios, âContra Christianosâ: Neue Sammlung der Fragmente, Testimonien und Dubia mit Einleitung, Ăbersetzung und Anmerkungen (= Texte und Kommentare, Band 52). De Gruyter, Berlin / Boston 2016, S. 132â167, Ăbersetzung S. 135.
cite-note-6363. â Eusebius: Kirchengeschichte 6.39.5 (BKV).
cite-note-6464. â John McGuckin: The Life of Origen. In: The Westminster Handbook to Origen, Louisville / London 2004, S. 1â24, hier S. 22 f.
cite-note-6565. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 5; vgl. Hieronymus: De viris illustribus 54,11.
cite-note-6666. â Epiphanios: Panarion 64,2,2-5.
cite-note-6868. â Alfons FĂŒrst: Origenes, in: RAC, Band 26 (2015), Sp. 470 f.; vgl. Hieronymus: Epistulae 33,4. AusfĂŒhrlich zu dieser Liste: Erich Klostermann: Die Schriften des Origenes in Hieronymusâ Brief an Paula. In: Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Band 39 (1897), S. 225â260 (Digitalisat).
cite-note-6969. â Vgl. Hubertus Drobner: Lehrbuch der Patrologie. Herder, Freiburg / Basel / Wien 1994, S. 120: Nach dem kaiserlichen Traktat gegen Origenes (543) âkonfiszierte und vernichtete die kaiserliche Polizei alle origenischen Schriften, deren sie habhaft werden konnte, worauf die heutige so lĂŒckenhafte Quellenlage zurĂŒckgeht.â
cite-note-7171. â Michael Fiedrowicz: Einleitung. In: Origenes: Contra Celsum. Erster Teilband (= Fontes Christiani, Band 50/1). Herder, Freiburg / Basel / Wien 2011, S. 118â120. AusfĂŒhrlich Paul Koetschau: Die TextĂŒberlieferung der BĂŒcher des Origenes gegen Celsus, Leipzig 1889, besonders S. 33â38. (Digitalisat)
cite-note-7272. â Origenes: Der Johanneskommentar, hrsg. von Erwin Preuschen (GCS 10), Leipzig 1903, Einleitung S. ix ff., Zitat S. lvii. Zu den Randbemerkungen vgl. Alfons FĂŒrst: Klassiker und Ketzer. Origenes im Spiegel der Ăberlieferung seiner Werke. In: Ders., Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus: Studien zur antiken Theologiegeschichte. De Gruyter, Berlin / Boston 2011, S. 209â238, hier S. 223.
cite-note-7373. â Origenes: Die Homilien zum Buch Jeremia, hrsg. von Alfons FĂŒrst, Berlin / Boston 2018, S. 28 f. (Einleitung).
cite-note-7474. â Origenes: Ăber das Gebet, hrsg. von Maria-Barbara von Stritzky, Berlin / Boston 2014, S. 90 (Einleitung).
cite-note-7575. â Caroline T. Schroeder: The Discovery of the Papyri from Tura at Dayr al-Qusayr (Dayr Arsaniyus) and Its Legacy. In: ÇŠaudat ÇŠabra, Hany N. Takla (Hrsg.): Christianity and Monasticism in Northern Egypt: Beni Suef, Giza, Cairo, and the Nile Delta. The American University in Cairo Press, Kairo / New York 2017, S. 119â128.
cite-note-7676. â Marina Molin Pradel: NovitĂ origeniane dalla Staatsbibliothek di Monaco di Baviera: il Cod. Graec. 314. In: Adamantius, Band 18 (2012), S. 16â40.
cite-note-7777. â Lorenzo Perrone: Origenâs New Homilies on the Psalms: An Assessment of Codex Monacensis Graecus 314. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 562â576, besonders S. 573.
cite-note-7878. â Christoph Markschies: Origenes. In: Markus Vinzent, Ulrich Volp, Ulrike Lange (Hrsg.): Metzler Lexikon christlicher Denker: 700 Autorinnen und Autoren von den AnfĂ€ngen des Christentums bis zur Gegenwart. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000, S. 519â521, hier S. 519.
cite-note-7979. â Bernhard NeuschĂ€fer: Origenes als Philologe, Band 1, Basel 1987, S. 287â289.
cite-note-8080. â Bernhard NeuschĂ€fer: Origenes als Philologe, Band 1, Basel 1987, S. 288 f.
cite-note-8181. â Bernhard NeuschĂ€fer: Origenes als Philologe, Band 1, Basel 1987, S. 289â291.
cite-note-8282. â Bernhard NeuschĂ€fer: Origenes als Philologe, Band 1, Basel 1987, S. 291 f.
cite-note-8383. â Anthony Grafton, Megan Williams: Christianity and the Transformation of the Book, Cambridge / London 2006, S. 86â88, Zitat S. 88.
cite-note-8484. â Joachim Schaper: The Origin and Purpose of the Fifth Column of th Hexapla. In: Alison Salvesen (Hrsg.): Origenâs Hexapla and Fragments: Papers presented at the Rich seminar on the Hexapla, Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies, 25th July - 3rd August 1994. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, S. 3â15, besonders S. 15; zur Forschungsdiskussion vgl. John D. Meade: Searching for Origenâs Hexapla. In: Ders. (Hrsg.): The Forerunners and Heirs of Origenâs Hexapla: The Proceedings of the Inaugural Colloquium of the Text & Canon Institute (= De Septuaginta Investigationes, Band 19). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2024, S. 13â46 (Open Access)
cite-note-8585. â Gerald J. Norton: Observations on the First Two Columns of the Hexapla. In: Alison Salvesen (Hrsg.): Origenâs Hexapla and Fragments: Papers presented at the Rich seminar on the Hexapla, Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies, 25th July - 3rd August 1994. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, S. 103â124, besonders S. 114 und 123 f.
cite-note-8686. â Nicholas de Lange: Origen and the Jews, Cambridge 1978, S. 22: âWhere he does allow himself a comment on an interpretation based on the Hebrew he is often vague and hesitant, and very often simply wrong. [âŠ] We shall not be far from the truth if we conclude that Origen could not speak or read Hebrew, but that he was fortunate to have acquaintances who did, and who gave him such help as he demanded.â
cite-note-8787. â John McGuckin: Origen on the Jews, 1992, S. 8.
cite-note-8888. â Origenes: Briefe, hrsg. von Alfons FĂŒrst und Maren Niehoff, Berlin / Boston 2025, S. 120â132. (Einleitung)
cite-note-8989. â Christoph Markschies: Scholien bei OrĂgenes und in der zeitgenössischen wissenschaftlichen Kommentierung. In: Sylwia Kaczmarek (Hrsg.): Origen as Writer: Papers of the 10th International Origen Congress, University School of Philosophy and Education Ignatianum, KrakĂłw, Poland, 31 August - 4 September 2009 (= Origeniana, Band 10). Peeters, Leuven 2011, S. 147â168, besonders S. 157 f.
cite-note-914. Nicholas de Lange: Origen and the Jews, Cambridge 1978, S. 130.
cite-note-9292. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 45.
cite-note-9494. â Lee I. Levine: Caesarea under Roman Rule (= Studies in Judaism in Late Antiquity, Band 7). Brill, Leiden 1975, S. 81.
cite-note-9595. â Hier referiert nach: John McGuckin: Origen on the Jews, 1992, S. 6â13; vgl. Nicholas de Lange: Origen and the Jews, Cambridge 1978, S. 134 f.; Henri Crouzel: Origen, Edinburgh 1989, S. 78: âThe most important influences are clearly Hebraic and Hellenic. [âŠ] But there are also the rabbinic exegeses which [âŠ] were to affect Origen, too, who shows a very advanced knowledge of them, acquired from friends among the rabbis.â
cite-note-9696. â Origenes: MatthĂ€userklĂ€rung I: Die griechisch erhaltenen Tomoi (GCS 40), 14,17.
cite-note-9797. â Hermann Josef Vogt: Origenes als Exeget, Paderborn u. a. 1999, S. 230; vgl. Origenes: MatthĂ€userklĂ€rung I: Die griechisch erhaltenen Tomoi (GCS 40), 14,19â20.
cite-note-9898. â Hermann Josef Vogt: Origenes als Exeget, Paderborn u. a. 1999, S. 237.
cite-note-9999. â John McGuckin: Origen on the Jews, 1992, S. 5.
cite-note-100100. â Anthony Grafton, Megan Williams: Christianity and the Transformation of the Book, Cambridge / London 2006, S. 25 f.
cite-note-101101. â Theo Kobusch: Produktive Rezeption: Zum Platonismus des âchristlichen Philosophenâ Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 61â89. hier S. 64.
cite-note-102102. â Theo Kobusch: Produktive Rezeption: Zum Platonismus des âchristlichen Philosophenâ Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 61â89. hier S. 65â67.
cite-note-104104. â Gen 1,26LXX; Ăbersetzung: Septuaginta Deutsch.
cite-note-105105. â Theo Kobusch: Produktive Rezeption: Zum Platonismus des âchristlichen Philosophenâ Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 61â89, hier S. 82â84.
cite-note-106106. â Winrich Löhr: Der platonische Ideenkosmos bei Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 91â108, besonders S. 103 f.; vgl. Origenes: Contra Celsum 6,64 (BKV).
cite-note-107107. â Origenes: De principiis 1,8,4 (Ăbersetzung: Görgemanns / Karpp)
cite-note-108108. â Theo Kobusch: Produktive Rezeption: Zum Platonismus des âchristlichen Philosophenâ Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 61â89, hier S. 69â71.
cite-note-110110. â Theo Kobusch: Produktive Rezeption: Zum Platonismus des âchristlichen Philosophenâ Origenes. In: Balbina BĂ€bler, Heinz-GĂŒnther Nesselrath (Hrsg.): Origenes der Christ und Origenes der Platoniker, TĂŒbingen 2018, S. 61â89, hier S. 74â76; vgl. Origenes: Contra Celsum 3,37 (BKV).
cite-note-114114. â Theo Kobusch: Die Auferstehung des Leibes. In: Dorothea Frede, Burkhard Reis (Hrsg.): Body and Soul in Ancient Philosophy. De Gruyter, Berlin / New York 2009, S. 493â510, hier S. 504â506.
cite-note-115115. â Anna Tzvetkova-Glaser: Origenes. De principiis. In: Oda Wischmeyer (Hrsg.): Handbuch der Bibelhermeneutiken. De Gruyter, Berlin / Boston 2016, S. 13â22, hier S. 20 f.
cite-note-116116. â Fabian Tilling: Hinter einer HĂŒlle verborgen: Die BegrĂŒndung mystischer Schriftauslegung bei Origenes. In: Jahrbuch fĂŒr Biblische Theologie, Band 38 (2023), S. 303â318, hier S. 304 f.
cite-note-117117. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 48.
cite-note-118118. â Hier ĂŒbernahm Origenes die platonische Etymologie des griechischen Wortes fĂŒr âSeeleâ (ÏÏ
ÏÎź psycháž), das zu dem Verb âerkaltenâ (ÏÏÏÎżÎŒÎ±Îč psĂœchomai) in Beziehung gesetzt wurde.
cite-note-119119. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 9 f.; Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 660. Vgl. Origenes: De principiis 1,4,3; 2,9,6; 1,8,3.
cite-note-120120. â Alfons FĂŒrst: Origenes â Theologie der Freiheit. In: Ders., Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus: Studien zur antiken Theologiegeschichte. De Gruyter, Berlin / Boston 2011, S. 3â24, hier S. 15.
cite-note-121121. â Anna Van den Kerchove: Les epinoiai chez OrigĂšne et la nomination divine. In: Ătudes thĂ©ologiques et religieuses, Band 98 (2023), S. 3â42, hier S. 27â36.
cite-note-122122. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 10; Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 660â661.
cite-note-123123. â Christoph Bruns: TrinitĂ€t und Kosmos, MĂŒnster 2013, S. 302 f.
cite-note-124124. â Peter Gemeinhardt: Geschichte des Christentums in der SpĂ€tantike. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 129 f.; vgl. Origenes: De principiis 1,3,5.
cite-note-125125. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 660â661. Vgl. Origenes: De principiis 1,8,3.
cite-note-126126. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 10.
cite-note-127127. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 410â411.
cite-note-128128. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 100â104.
cite-note-129129. â Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 661. Vgl. Origenes: Kommentar zum Johannesevangelium 6,53,274.
cite-note-130130. â Christoph Markschies: Origenes: Leben â Werk â Theologie â Wirkung. In: Ders., Origenes und sein Erbe, Berlin / New York 2007, S. 1â13, hier S. 10 f.; Christoph Markschies: Origenes. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 661.
cite-note-131131. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 410â411.
cite-note-132132. â Holger Strutwolf: De principiis. In: Christian Danz (Hrsg.): Kanon der Theologie: 45 SchlĂŒsseltexte im Portrait. WBG, Darmstadt 2009, S. 22â29, hier S. 26 f.; vgl. Origenes: De principiis 2,1,3.
cite-note-133133. â Riemer Roukema: âDie Liebe kommt nie zu Fallâ (1 Kor 13,8a) als Argument des Origenes gegen einen neuen Abfall der Seelen von Gott. In: Wolfgang Bienert (Hrsg.): Origenes in den Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts (Origeniana Septima). Peeters, Leuven 1999, S. 15â23 (PDF).
cite-note-134134. â Holger Strutwolf: Gnosis als System, Göttingen 1993, S. 358 f.
cite-note-135135. â Holger Strutwolf: Gnosis als System, Göttingen 1993, S. 356.
cite-note-136136. â Holger Strutwolf: Gnosis als System, Göttingen 1993, S. 357.
cite-note-137137. â Holger Strutwolf: Gnosis als System, Göttingen 1993, S. 358.
cite-note-138138. â Origenes: Ăber das Gebet, hrsg. von Maria-Barbara von Stritzky, Berlin / Boston 2014, S. 3 f. (Einleitung).
cite-note-139139. â Alfons FĂŒrst: Origenesbilder in der SpĂ€tantike: Vom akademischen Freiheitsphilosophen zum Ketzer der PrĂ€existenz und Apokatastasis. In: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 11â57, hier S. 39.
cite-note-140140. â Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 662â663.
cite-note-141141. â Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 663.
cite-note-142142. â Andrew Carriker: The Library of Eusebius of Caesarea, Leiden / Boston 2003, S. 10.
cite-note-143143. â Zu Athanasius als Origenisten vgl. Charles Kannengiesser: Das VermĂ€chtnis des âfleiĂigenâ Origenes zur Theologie des Athanasius. In: Wolfgang A. Bienert: Origenes in den Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts (= Origeniana Septima). Peeters, Leuven 1999, S. 173â184, hier S. 173: âDurch seine ausschlieĂlich kirchlich-alexandrinische Erziehung steht Athanasius sozusagen von Geburt an in der Nachfolge des Origenes.â
cite-note-144144. â Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 663.
cite-note-145145. â Alfons FĂŒrst: Origenesbilder in der SpĂ€tantike: Vom akademischen Freiheitsphilosophen zum Ketzer der PrĂ€existenz und Apokatastasis. In: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 11â57, hier S. 12.
cite-note-146146. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 416.
cite-note-147147. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 190.
cite-note-148148. â Peter Gemeinhardt: Geschichte des Christentums in der SpĂ€tantike. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 261â263.
cite-note-149149. â Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 663.
cite-note-150150. â Alexandra Hasse-Ungeheuer: Das Mönchtum in der Religionspolitik Kaiser Justinians I. Die Engel des Himmels und der Stellvertreter Gottes auf Erden, Berlin / Boston 2016, S. 213.
cite-note-151151. â Thomas R. Karmann: Die Origenismuskrise und der christologische Streit des 6. Jahrhunderts. Eine Spurensuche. In: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 121â148, hier S. 145.
cite-note-152152. â Alfons FĂŒrst: Origenesbilder in der SpĂ€tantike: Vom akademischen Freiheitsphilosophen zum Ketzer der PrĂ€existenz und Apokatastasis. In: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 11â57, hier S. 34 f.
cite-note-153153. â Griechischer Text des Briefs mit deutscher Ăbersetzung in: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 234â247.
cite-note-154154. â Alfons FĂŒrst: Origenesbilder in der SpĂ€tantike: Vom akademischen Freiheitsphilosophen zum Ketzer der PrĂ€existenz und Apokatastasis. In: Alfons FĂŒrst, Thomas R. Karmann (Hrsg.): Verurteilung des Origenes, MĂŒnster 2020, S. 11â57, hier S. 35 f.
cite-note-155155. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 166 f.
cite-note-156156. â Cassiodor: Institutiones divinarum et saecularium litterarum 1,1,8.
cite-note-157157. â Andrea Villani: Origen in the Reformation and Renaissance. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 505â528, hier S. 505.
cite-note-158158. â Hermann Josef Vogt: Origenes. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon fĂŒr Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 7. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, Sp. 1135.
cite-note-159159. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 167â169; Lorenzo Perrone: Origenismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2003, Sp. 664.
cite-note-160160. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 169.
cite-note-161161. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 169â171.
cite-note-162162. â Eric Ziolkowski: Origen II. Literature, III. Visual Arts. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 9, De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-018377-1, Sp. 722â733.
cite-note-163163. â Andrea Villani: Origen in the Reformation and Renaissance. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 505â528, hier S. 513â517.
cite-note-164164. â Andrea Villani: Origen in the Reformation and Renaissance. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 505â528, hier S. 522 f.
cite-note-1655. André Thevet: Les vrais pourtraits et vies des hommes illustres grecz, latins et payens, Paris 1584, fol. 9 r (Digitalisat)
cite-note-166166. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 198 f.
cite-note-167167. â Thomas P. Scheck: The Influence of Origen on Erasmus. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 484â504.
cite-note-168168. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 199 f.
cite-note-169169. â Andrea Villani: Origen in the Reformation and Renaissance. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 505â528, hier S. 509.
cite-note-170170. â Martin Luther: Predigt ĂŒber das 2. Buch Mose (1524), WA 16,68,30â34. (Online)
cite-note-171171. â Andrea Villani: Origen in the Reformation and Renaissance. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 505â528, hier S. 509 und 511â513.
cite-note-172172. â Rowan Williams: Origenes/Origenismus (ca. 185/86âca. 253/54). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 417.
cite-note-173173. â Elena Rapetti: The Contribution of Pierre-Daniel Huet to the Modern Study of Origen. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 531â545.
cite-note-174174. â Theo Kobusch: Selbstwerdung und PersonalitĂ€t: spĂ€tantike Philosophie und ihr EinfluĂ auf die Moderne (= Tria corda, Band 9). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2018, S. 219 f.
cite-note-175175. â Lothar Lies: Origenesâ âPeri Archonâ. Eine undogmatische Dogmatik. Werkinterpretationen. WBG, Darmstadt 1992, S. 202.
cite-note-176176. â Theo Kobusch: Selbstwerdung und PersonalitĂ€t: spĂ€tantike Philosophie und ihr EinfluĂ auf die Moderne (= Tria corda, Band 9). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2018, S. 219 f.
cite-note-177177. â Alfons FĂŒrst: Origenes: Grieche und Christ in römischer Zeit, Stuttgart 2017, S. 192.
cite-note-178178. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 9 und 12 f.
cite-note-179179. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 17, vgl. Baur, S. 70.
cite-note-180180. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 23â28.
cite-note-181181. â Adolf von Harnack: Lehrbuch der Dogmengeschichte, Band 1, 2. Auflage. Mohr Siebeck, Freiburg i. Br. 1888, S. 559 (Digitalisat)
cite-note-182182. â Franz Diekamp: Die origenistischen Streitigkeiten im sechsten Jahrhundert und das fĂŒnfte allgemeine Concil. Aschendorff, MĂŒnster 1899, S. 135â138.
cite-note-183183. â Robert J. Daly: The Discovery of the True Origen By TwentiethâCentury Scholars. In: Ronald E. Heine, Karen Jo Torjesen (Hrsg.): The Oxford Handbook of Origen, Oxford / New York 2022, S. 546â561, hier S. 548 f; ausfĂŒhrlich zu de Faye vgl. Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 33â38.
cite-note-184184. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 68 und 84 f.
cite-note-185185. â Joseph S. OâLeary: French Jesuits, Origen, and Vatican II. In: Modern Theology, Band 38 (2022), S. 445â459, hier S. 445 f., vgl. Hans Urs von Balthasar: Le Mysterion dâOrigĂšne, in: Recherches de science religieuse, Band 27 (1937), S. 38â64; Jean DaniĂšlou: OrigĂšne. Table ronde, Paris 1948, Henri de Lubac: Histoire et Esprit. L'intelligence de l'Ăcriture d'aprĂšs OrigĂšne, Aubier-Montaigne, 1950.
cite-note-186186. â Joseph S. OâLeary: French Jesuits, Origen, and Vatican II. In: Modern Theology, Band 38 (2022), S. 445â459, hier S. 450â452.
cite-note-187187. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 70.
cite-note-188188. â Alfons FĂŒrst: Hugo Rahner und die katholische Wiederentdeckung des Origenes. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie, Band 141 (2019), S. 220â238, hier S. 220.
cite-note-189189. â Hugo Rahner: Die Gottesgeburt: Die Lehre der KirchenvĂ€ter von der Geburt Christi im Herzen des GlĂ€ubigen. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie, Band 59 (1935), S. 333â418, hier S. 351.
cite-note-190190. â Alfons FĂŒrst: Hugo Rahner und die katholische Wiederentdeckung des Origenes. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie, Band 141 (2019), S. 220â238, hier S. 224â231.
cite-note-191191. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 48 f.
cite-note-192192. â Elad Lapidot: Gnosis und spĂ€tantiker Geist II: Von der Mythologie zur mystischen Philosophie (1954). In: Michael Bongardt, Holger Burckhart, John-Stewart Gordon, JĂŒrgen Nielsen-Sikora (Hrsg.): Hans Jonas-Handbuch: Leben â Werk â Wirkung. Metzler, Stuttgart 2021, S. 88â95, besonders S. 92 f.
cite-note-193193. â Ulrich Berner: Origenes, Darmstadt 1981, S. 52.
cite-note-194194. â Lumen gentium 3, 4, 40, 41.
cite-note-195195. â Joseph S. OâLeary: French Jesuits, Origen, and Vatican II. In: Modern Theology, Band 38 (2022), S. 445â459, hier S. 454.
cite-note-196196. â Lothar Lies: Zum derzeitigen Stand der Origenesforschung, 1993, S. 37.
cite-note-197197. â Joseph S. OâLeary: French Jesuits, Origen, and Vatican II. In: Modern Theology, Band 38 (2022), S. 445â459, hier S. 449: âThis defensiveness makes Origen much less interesting and had a stifling influence on Origen studies.â
cite-note-198198. â Lothar Lies: Zum Stand heutiger Origenesforschung, 1980, S. 67â69.
cite-note-199199. â Alfons FĂŒrst: Perspectives on Origen â Quondam and Tomorrow. Stimuli for the Future of Origen Studies in the New Millennium. In: Perspectives on Origen and the History of his Reception (= Adamantiana, Band 21). Aschendorff, MĂŒnster 2021, S. 13â27.
cite-note-200200. â Otto Bardenhewer: Geschichte der altkirchlichen Literatur. Band 1. Herder, Freiburg i. Br. 1902, S. 39 f. (Digitalisat)
cite-note-201201. â Beispielsweise in der Forschungsstelle Origenes der Katholisch-Theologischen FakultĂ€t MĂŒnster.
cite-note-202202. â Frieder Schulz: Das GedĂ€chtnis der Zeugen â Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders. In: Jahrbuch fĂŒr Liturgik und Hymnologie, Band 19. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975, S. 69â104, hier S. 96.